19. 11. 2018
Keine richtigen Männer

Wenn das "K-Team" am 21.11.2018 seinen 17. Gründungstag feierlich begeht, wird kaum jemand daran denken, dass ausgerechnet der streng antisexistische "Fußball in Hernals" eine lupenreine Schöpfung des heteronormativen Patriarchats war. Im Gründungsvorstand befand sich keine einzige Dame, noch nicht einmal Frau Gunzy. Rufen wir aber die Held*innen der ersten Stunde des "K-Teams" ausnahmsweise einmal bei ihren queer-feministischen Namen auf:

Generaldirektor*in Franz*iska Fuchs
Wilhelm*ine Kaipel
Magis*tra Pet*ra Danich
Michael*a Regen
Oliv*ia Heiss
Martin*a Karollus
Günth*linde Loran
Ger*aldine Dsubanko
Heinz*eline Eder

Von Frau zu Frau im Vertrauen: Die Gründer des "K-Teams" waren ohnedies keine richtigen Männer ...


19. 11. 2018
Mach machen

Für das "K-Team" gehört zu den Erkenntnissen der Herbstsaison, dass das "Team Wiener Linien" mehr Zuschauer anzog als die "europäische Topmannschaft" Borussia Mönchengladbach. Wenn man berücksichtigt, dass zum Halbfinale der Europameisterschaft 1972 zwischen der UDSSR und Ungarn (1:0) am 14.06.1972 nur 1.700 Zuseher in das Anderlecht-Stadion kamen, handelte es sich bei den 2.600 Besuchern gegen "Team Wiener Linien" am 09.11.2018 sogar um einen Spitzenwert von internationaler Bedeutung. Was ist die Schlussfolgerung daraus? Das "Team Wiener Linien" zu fragen, ob es im Sommer Zeit für ein richtiges "Kracherspiel" mit allen seinen Stars - dem 1er, dem 5er und dem 13er - hätte! Man würde sich sogar den Ersatz der Reisekosten ersparen, weil Spieler und Trainer vom "Team Wiener Linien" sicher über eine Jahreskarte verfügen. Eine win-win-Situation für den "Fußball in Hernals"! Eile ist aber geboten, weil auf die Favoritner noch andere attraktive Gegner wie die Mannschaften der London Underground Ltd. oder der Düsseldorfer Verkehrsbetriebe warten.

Überhaupt wäre der "Fußball in Hernals" gut beraten, weniger in die Ferne als in die Nähe zu schweifen. Das gilt auch für die Feier berühmter Resultate. Daher möge man den bis zum Frühjahr "auf das Eis" gelegten großen Festabend nicht dem fremden 7:0 des WSC gegen Juventus, sondern dem legendären eigenen 7:0 des "K-Teams" gegen Neuberg am 06.03.2015 widmen. Die Herren Dimov und Hevera werden sicher gerne erzählen, wie es ihnen in dieser Sternstunde des "Fußball in Hernals" gelang, Neuberg alt aussehen zu lassen. Und dass als Stargast Mag. Mach auf die Bühne kommt, wird sich doch auch noch machen lassen .....


19. 11. 2018
Zum 70. Geburtstag von Wilhelm Kaipel: Die "Willy Kaipel-Story", 7. Teil

Unter Willy Kaipel machte das Oberwarter Leistungszentrum sportliche Fortschritte. In der Saison 1978/79 kam zur bisherigen U 17- auch noch eine U-15-Mannschaft dazu. Die beiden Teams belegten am Ende der Spielzeit in der Tabelle den 5. bzw. 8. Rang. Da aber das Leistungszentrum binnen 2 Jahren insgesamt ATS 818.000,-- an Ausgaben und nur ATS 261.000,-- an Einnahmen zu verzeichnen hatte, entschloss sich der Trägerverein das Projekt aus wirtschaftlichen Gründen einzustellen.




Oben: Oberwart 1980 als frischgebackener burgenländischer Meister mit dem alle überragenden Willy Kaipel als Trainer

Mit der Arbeit von Herrn Kaipel war man aber nunmehr wieder uneingeschränkt zufrieden und bestellte der SV Oberwart ihn zum Trainer seiner gerade aus der Regionalliga Ost in die burgenländische Landesliga abgestiegenen Kampfmannschaft. Dieses Mal holte Willy Kaipel mit dem SV Oberwart am Ende der Saison 1979/80 mit 4 Punkten Vorsprung auf Baumgarten den burgenländischen Meistertitel. Der Aufstieg blieb ihm jedoch verwehrt, weil die Regionalliga Ost gegen den Widerstand des BFV mit Ende der vorangegangenen Spielzeit aufgelöst worden war. Immerhin qualifizierte sich Oberwart durch den Meistertitel für den österreichischen Cup, in dem man in der 2. Runde gegen den SC Wiener Neustadt mit 3:4 ausschied.

Willy Kaipel hatte 1979 bei der Raiffeisenkasse in Wien als Bankangestellter zu arbeiten begonnen und konnte nicht mehr jedes Training selbst leiten. Daher wurde ihm im Sommer 1980 ein gewisser Paul Gludovatz zur Seite gestellt. Die Presse sprach "vom Experiment eines gleichberechtigten Betreuerduos". Herr Kaipel sieht dagegen im Nachhinein in Gludovatz den ihm damals unterstellten Co-Trainer. Im Winter war die Zusammenarbeit vorbei und verließ Willy Kaipel - laut seinen Angaben wegen beruflicher Überlastung - den am 2. Rang der Landesliga platzierten SV Oberwart. Und wohin ging es? Heim nach Pinkafeld ....


18. 11. 2018
Abseits




"Schau Burli, wir von der Initiative "Rapid-Ultras gegen Sexismus!" wollen dir helfen, dich zu einem selbstbewussten männlichen Fußball-Anhänger zu entwickeln. Im 21. Jahrhundert muss es eine Selbstverständlichkeit sein, dass sich auch wir Männer für Fußball interessieren dürfen! Oida, wir kämpfen dafür, dass die Zeiten, in denen wir zur Zielscheibe männerfeindlicher Witze wurden, weil wir angeblich nicht wussten, was Abseits ist, endgültig der Vergangenheit angehören! Apropos Abseits, kannst Du mir diese Regel noch einmal erklären, weil mit den Regeln haben wir es nämlich wirklich nicht so ..."


18. 11. 2018
Zum 70. Geburtstag von Wilhelm Kaipel: Die "Willy Kaipel-Story", 6. Teil

Der SV Oberwart spielte in der Saison 1976/77 in der Regionalliga Ost und damit in der dritthöchsten Spielklasse. Als Willy Kaipel im Jänner 1977 das Training der Südburgenländer übernahm, erwartete man von ihm, dass er die am 6. Rang liegende Mannschaft näher an die Spitze heranführen würde. Das gelang nicht. Die Oberwarter holten nach der alten 2 Punkte-Regel wie schon im Herbst 1976 auch im Frühjahr 1977 nur 15 Zähler. Damit platzierte sich Herr Kaipel mit seiner Mannschaft in der Endtabelle weiterhin auf dem 6. Platz.

Ab der Spielzeit 1977/78 erhielt Oberwart ein Nachwuchs-Leistungszentrum. Kaipel übernahm dessen Leitung zusätzlich zum Training der Kampfmannschaft des SV Oberwart. Am Ende der Herbstmeisterschaften nahmen sowohl der SV Oberwart als auch das Leistungszentrum jeweils nur den 10. Platz der Tabelle ein. Daraufhin reagierte Herr Kaipel mit einem bewusst seinen Ruf schonenden Verhaltensmuster, das seine weitere Trainerkarriere prägen sollte: Er wartete niemals darauf, dass man ihn seines Postens enthob, sondern ging bei sportlichem Misserfolg immer rechtzeitig von selbst. Die "Burgenländische Freiheit" vom 07.12.1977 berichtete: "Trainer Kaipel nahm, ohne sich zu verabschieden, den Hut. Zwar war man in Oberwart nicht aus allen Wolken gefallen, zeigte sich aber über die Vorgangsweise doch etwas überrascht. Nämlich gerade zu jenem Zeitpunkt, als der Rücktritt Kaipels Gegenstand einer Vorstandssitzung war, war dies in den Zeitungen bereits publik gemacht. Besonders befremdend wurde dabei empfunden, dass von Schwierigkeiten mit Funktionären die Rede war. Dazu der geschäftsführende Obmann Gerhard Kuch: "Namens des Vorstands darf ich mitteilen, wenn Herr Kaipel tatsächlich der Presse erklärt hat, er hätte Schwierigkeiten mit Funktionären, wäre seine Pflicht gewesen, auch den Vorstand davon zu unterrichten. Schließlich und endlich muss er ja auch im Leistungszentrum mit den selben Funktionären zusammenarbeiten, was man sich derzeit nur schwer vorstellen kann." Eingeweihte behaupten, dass es bereits seit Monaten Verständnisschwierigkeiten zwischen dem Trainer und Spielern der Kampfmannschaft gab."

Herr Kaipel blieb schließlich auch nach seinem Rücktritt als Trainer der Kampfmannschaft des SV Oberwart sportlicher Leiter des Leistungszentrums. Die "Burgenländische Freiheit" vom 18.01.1978 schrieb dazu: "Nachdem Trainer Kaipel nun voll und ganz dem Nachwuchsleistungszentrum zur Verfügung steht, ist in der Frühjahrssaison mit einer Leistungssteigerung zu rechnen ..."


17. 11. 2018
300.000,--

Ein altes Mitglied des Wiener Sport-Club und besonderer Gegner der Leitung des "K-Teams" freute sich nach dem skandalösen Auftreten von Herrn Krapf-Günther bei der Versammlung am 25.09.2018 über jeden Meisterschaftssieg des "Fußball in Hernals". Der Herr rechnete dabei aber nicht die Punkte, sondern die nach seiner Kalkulation anfallenden Prämien zusammen.

Tatsächlich wurden die in einer sportlich bleichen und gebrechlichen Ostliga errungenen 29 Zähler mehr als teuer erkauft. Das "K-Team" holte drei Mal so viele Punkte wie im Herbst 2017 und sogar um einen Zähler mehr als in der gesamten vergangenen Spielzeit. Wer weiß, wie wirtschaftlich klamm der "Fußball in Hernals" schon im Winter 2017/18 war, mag sich vorstellen, wie es ihm heute geht. Die Fehlschläge des "Kracherlspiels" gegen Gladbach und des abgesagten Festabends lasten schwer auf der Tasche. Dazu kommt, dass die Einnahme aus dem Spiel gegen die Vienna fehlt. Die Vorgriffe auf erst für die Zukunft vorgesehene finanzielle Mittel stehen vor ihrem Ende. Aber das ist alles kein Problem, denn laut Herrn Krapf-Günther beträgt der jährliche Aufwand für Spieler und Betreuer ja nur EUR 300.000,-- brutto. Man möge ihn jeden Euro darüber selbst zahlen lassen ..


17. 11. 2018
Ist das nicht wunderbar?

Auf der Friedhofstribüne befindet man sich in einer moralischen Sinnkrise. Kontakte mit rechtsradikalen Fangruppen, schwere Fälle von Sexismus und Streitigkeiten über den zukünftigen politischen Kurs des "Fußball in Hernals" prägen das Milieu an der Alszeile. Es wird hier vorläufig unterlassen, auf all das näher einzugehen, weil man sonst der bereits begonnenen Suche nach den Informanten dieser Seite mit Zeugenschutzprogrammen begegnen müsste.

Wer seine Jugend auf der Tribüne Kainzgasse verbrachte, erlebte dagegen eine Vorstadt-Idylle. Es gab dort weder Cannabis noch Porträts einschlägiger männlicher Körperteile. Frauen wurde nicht an das Gesäß gegriffen und für politische Demonstranten war die Kainzgasse schon deshalb kein Aufmarschgebiet, weil sie zu schmal war, um sich auf ihr breit zu machen. Auf der Tribüne der Individualisten erklangen keine Sprechchöre, sondern ließ man sich bei jedem Zwischenruf neu einfallen, wie man den werten Herrn Gegner anzusprechen hatte. Die Ehrenloge mit den Funktionären war genau dort, wo sie zu sein hatte, nämlich möglichst weit entfernt auf der anderen Seite des Platzes. Fremdwörter blieben fremd. "Anti" zu sein, spielte deshalb keine Rolle, weil es auf diesem schäbigen Fleckchen Sport Club-Platz nicht viel gab, gegen das man sein konnte. 1945 hatte man die Kainzgasse als ersten Ortsteil Dornbachs vom Faschismus befreit. "Sexismus" und "Homophobie" waren unbekannt. Der einfache dort lebende Menschenschlag, der kaum lesen und schreiben konnte, wusste gar nicht, was das bedeutete. Um sich in der Kantine etwas zum Essen oder Trinken kaufen zu können, war kein Geld vorhanden. Statt dessen teilte man die mitgebrachten Extrawurst-Brote und Fleisch-Laberln, am jeweils ersten Spieltag nach der Auszahlung der Löhne vielleicht sogar die eine oder andere Schnitzel-Semmel. Die Kriminalitätsrate war für Hernalser Verhältnisse erstaunlich niedrig, nur hin und wieder gab es einen Maroden, ganz selten einen Toten.

Die Tribüne "Kainzgasse" hatte aber auch ihre dunkle Seite. Auf ihr hielt man es nur mit dem Wiener Sport-Club und besaßen die armen aber ehrlichen Anhänger für Gegner und Schiedsrichter leider überhaupt keinen Respekt. Das mag daran gelegen sein, dass man sich im Fernsehen nicht "Pippi Langstrumpf", sondern "Westlich von Santa Fe" oder "Bonanza" ansah. Die allererste Folge von "Bonanza" beginnt damit, dass Vater Ben Cartwright mit seinem ältesten Sohn Adam über die Ponderosa reitet, um beim Anblick der sich vor ihnen ausbreitenden Landschaft des amerikanischen Westens in Verzückung zu geraten: "Ist das nicht wunderbar?" Das dachte man sich auf der Kainzgasse, westlich vom Elterlein-Platz, auch ....


17. 11. 2018
Zum 70. Geburtstag von Wilhelm Kaipel: Die "Willy Kaipel-Story", 5. Teil

Bei Austria Salzburg bestritt Herr Kaipel als Stammtorhüter bis zum Sommer 1975 in vier Saisonen 105 Meisterschaftsbegegnungen. Dabei spielte Willy Kapiel drei Mal gegen den WSC und stand er in diesen Partien bei zwei Siegen und einem Unetschieden der Salzburger im Tor. Als Herr Kaipel erstmals nach seinem Transfer gegen den Sport-Club antrat, verlor der WSC am 13.11.1971 in Lehen mit 0:5. Zwei Treffer der Austrianer erzielte der ehemalige Sport-Club-Spieler Alfred Hala, drei Tore der künftige WSC-Fußballer Karl Ritter. Letzterer machte seine böse Tat wenigestens dadurch wieder gut, dass er sieben Jahre später am 24.03.1979 für den Sport-Club gegen Salzburg ebenfalls 3 Tore schoss.

Im Frühjahr 1975 war Austria Salzburg die schwächste Mannschaft der Bundesliga gewesen. Herr Kaipel wechselte im Sommer zu VOEST und wurde im "Sport Funk" vom 04.06.1975 wie folgt zitiert: "Es ist für beide Seiten besser, denn ich werde in Salzburg wohl nie mehr wieder meine Form finden. Es fehlt das Vertrauen von Trainer, Mitspielern und auch Fans, damit ich mich nochmals aufbauen könnte." In Linz setzte sich Willy Kaipel aber in der Saison 1975/76 nicht gegen Erwin Fuchsbichler und - nach dessen schwerer Verletzung - in der Saison 1976/77 auch nicht gegen Kurt Kaiserseder durch. Kaipel kam auf nur insgesamt 10 Meisterschaftsspiele für VOEST. Zum letzten Mal stand er für die Linzer am 30.10.1977 im Tor, als er gegen die Wiener Austria in der 70. Minute für den angeschlagenen Kaiserseder eingetauscht wurde. Als Fritz Drazan in der 83. Spielminute das 2:0 für die Austria erzielte, ahnte höchstens Herr Kaipel selbst, dass er mit gerade 28 Jahren das letzte Mal in einem Pflichtspiel den Ball aus dem Netz holte.

Obwohl Herr Kaipel VOEST im Frühjahr 1977 noch als Ersatztorhüter zur Verfügung stand, begann für ihn am 11.01.1977 eine neue Karriere. An diesem Tag trat er sein Amt als Trainer beim SV Oberwart an. Die "Burgenländische Freiheit" vom 16.02.1977 schrieb: "Kein Geheimnis macht Kaipel aus seinem Trainingsaufbau. So haben die Oberwarter Kicker bis jetzt in 24 Trainingseinheiten insgesamt über 370 Kilometer in den Beinen." Bis zur Rückkehr Kaipels nach Dornbach sollten es noch viele Kilometer mehr werden ...


29. 06. 2017
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