24. 06. 2021
Keines der spektakulärsten Spiele des Wiener Sport-Club: Der Blues der Blues!




Oben: Archivalien, die an Chelsea erinnern, darunter der am 17.11.1965 von den Londonern übergebene Spielwimpel und ein dem WSC als Gastgeschenk überlassenes hölzernes Wappen des englischen Vereins.

Der WSC traf im Herbst 1965 in der zweiten Runde des Messestädte-Cups 1965/66 auf den Chelsea FC. Die beiden Spiele gegen den Londoner Klub blieben die einzigen Begegnungen des Sport-Club gegen einen englischen Verein in einem internationalen Pokal-Wettbewerb. Dieser dem Hinspiel in Wien am 17.11.1965 gewidmete Beitrag ist nicht der Klasse der Partie, sondern dem Wunsch eines Lesers geschuldet.











Die Geschichte der Gründung des Chelsea FC ist eine besondere. An dem Ort, an dem sich heute das berühmte Stadion an der Stamford Bridge befindet, wurde im April 1877 die Leichtathletikanlage des London Athletic-Club eröffnet. 1904 erwarben Gus und Joseph Mears, zwei wohlhabende Londoner Geschäftsleute, die Sportstätte. Ihr Plan war, eine der größten Arenen des ganzen Landes zu schaffen, in der unter anderem auch Fußball gespielt werden sollte. Man trat daher an den Fulham Football Club heran, der aber eine Übersiedlung an die Stamford Bridge ablehnte. Zur gleichen Zeit lag ein Kaufanbot der Great Western Railway Company vor, die das Grundstück als Lagerstätte für Kohle und Güter verwenden wollte. Gus Mears war schon bereit, das Anbot der Eisenbahngesellschaft anzunehmen, als Frederick Parker, Mitglied des London Athletic-Clubs und Befürworter des Sportstätten-Plans, mit ihm an einem Sonntagmorgen im Herbst 1904 über den Rasen der Anlage ging. Der Hund von Mears, ein Scotch-Terrier, attackierte plötzlich Parker und fügte ihm eine blutende Wunde zu. Als Wiedergutmachung entschied sich Gus Mears gegen das Eisenbahn– und für das Sportstättenprojekt. Geplant wurde ein Stadion mit einer Kapazität von bis zu 100.000 Zuschauern, in dem auch Cupfinalspiele stattfinden sollten. Aufgrund des weiterhin mangelnden Interesses des in der Nähe ansässigen Fulham FC entschieden sich die Eigentümer der Anlage für die Gründung eines neuen Vereines, der in der Saison 1905/1906 erstmals an der Southern League teilnehmen sollte. Auf der Suche nach einem geeigneten Namen entschied man sich letztlich für „Chelsea“, obwohl sich das Stadion an der Stamford Bridge nur an der Grenze zu diesem „Borough“, tatsächlich aber noch innerhalb von Fulham befindet.




Oben: Erich Hof und Uwe Gayer stürmen Seite an Seite auf Chelsea-Keeper Peter "The Cat" Bonetti zu. Der von diesem gerade fallen gelassene Ball rollt nicht ins Tor, sondern ins Out. Im Hintergrund sind Marvin Hinton (ganz links) und Bobby Tambling zu sehen.

Die auffallendste Persönlichkeit Chelsea´s in den 60er-Jahren war kein Spieler, sondern Manager Tom Docherty. Der für seine lauten Sprüche bekannte Schotte wurde im Jänner 1962 der erst sechste Manager in Chelsea´s Geschichte. Er hatte mit dem Verein nach dem Abstieg 1962 den sofortigen Wiederaufstieg geschafft und holte Spieler wie den späteren englischen Teammanager Terry Venables, Ken Shellito und Bert Murray. Diese stießen zu den bereits vorhandenen Stützen der Mannschaft wie Tormann Peter Bonetti („The Cat“) und Goalgetter Bobby Tambling, der bis 1971 für Chelsea in 370 Einsätzen 202 Tore erzielen sollte. Ebenfalls Teil der Chelsea-Mannschaft der Saison 1965/66 waren der spätere Arsenal-Manager George Graham und Peter - „Osgood is good“ - Osgood.




Oben: Uwe Gayer im Zweikampf mit Joe Fascione


Sport-Club-Trainer Schlechta verbreitete vor dem Heimspiel gegen Chelsea Optimismus. Der WSC verfüge zwar nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Webora, Blutsch und Schmidt nur noch über elf verwendbare Spieler, trotzdem lasse dieses „letzte Aufgebot“ noch eine sehr starke Aufstellung zu. Die Mannschaft wurde in Neuwaldegg im Milanohof zu einem Trainingslager zusammengezogen. Das Training war bereits vorher intensiviert und jeweils erst nach 19 Uhr auf dem Sport-Club-Platz abgehalten worden, um die Spieler auf Höchstleistungen in den Abendstunden einzustellen. Erich Hof wurde zum Spielmacher, sein Bruder Norbert zum Sonderbewacher von Bobby Tambling ausersehen. Schlechta hoffte auf einen klaren Erfolg von zwei bis drei Toren Differenz. Chelsea kam am 16.11.1965 mittags in Wien Schwechat an, wurde von Sport-Club-Präsident Draxler am Flughafen empfangen und bezog im Parkhotel Schönbrunn Quartier. Noch am Ankunftstag trainierten die Londoner bei Flutlicht im Stadion.




Oben: Rafreider mit der Nummer 10 bedrängt den wegen der Kälte mit einer Pudelhaube spielenden Peter Bonetti.

Verlauf des Hinspiels am 17.11.1965:

- Kurz nach Beginn schießt Rafreider knapp am Chelsea-Tor vorbei.

- 20. Minute: Erich Hof bekommt nach einem Foul an Knoll die Möglichkeit eines Freistoßes, sein Schuss geht aber daneben.

- 26. Minute: Metzler foult Fascione. Der ungarische Schiedsrichter Gere zerrt daraufhin den auf dem Boden liegenden Chelsea-Spieler über die Outlinie.

- Nach einer guten halben Stunde vergibt Tambling die erste gute Chance der Londoner, dann hält Bonetti einen gefährlichen Schuss von Knoll.

- 42. Minute: Hörmayer überhebt den herausgelaufenen Bonetti, Young rettet gerade noch vor der Linie.

- 43. Minute: Hof I erläuft einen missglückten Rückpass von Shellito, kann aber Bonetti aus kurzer Entfernung nicht bezwingen.

- 45. Minute: Zuerst rasiert Rafreider nach einem Corner den Ball in bester Schussposition, dann hebt Osgood das Leder im Gegenstoß über Szanwald und die Querlatte des Sport-Club-Tores.




Oben: Rafreider wird von zwei englischen Verteidigern in die Zange genommen.


- 46. Minute: Gayer überspielt Bonetti, sein Flankenball findet aber im Zentrum keinen Abnehmer und der Ball streicht entlang des leeren Tores ins Out.

- Einen Weitschuss von Knoll meistert Bonetti mit Mühe, eine Metzler-Bombe streicht am Pfosten vorbei.

- 65. Minute: Szanwald muss sich nach einem Fehler der Sport-Club-Abwehr ins Getümmel werfen und mit dem Fuß retten. Gleich darauf kann sich Bonetti bei einem guten Schuss von Norbert Hof auszeichnen.

- 71. Minute: Szanwald rettet bei einer "Bombe" von Fascione.

- 79. Minute: Rafreider foult Tormann Bonetti und entschuldigt sich sofort bei diesem. Trotzdem versetzt ihm Hinton einen Kopfstoß. Der Chelsea-Verteidiger wird ausgeschlossen.

- 85. Minute: McCreadie attackiert Gayer im Strafraum, der Mittelstürmer fällt und verwandelt gleich darauf den für das Foul diktierten Elfmeter zum 1:0

- Das kurz vor dem Schlusspfiff mögliche 2:0 vergibt Gayer knapp.




Oben: Gayer verwandelt in der 85. Minute den Elfer zum 1:0-Siegestreffer für den WSC. Bonetti errät die richtige Ecke, aber der Penalty ist zu scharf und zu platziert geschossen, um ihn abzuwehren.

Chelsea spielte extrem defensiv, die Zeitungen sprachen von einem „1-8-2 System“. Es wäre so gewesen, als hätten die Londoner einen „mobilen Clubabend“ vor dem eigenen Tor durchgeführt. Bei –3 Grad und Karl Schranz unter den nur 4.000 Zusehern war der Sport-Club nicht imstande gewesen, die Engländer in deren Hälfte auszuspielen. In dem schnellen, aber nicht hochklassigen Match wurden die gefrorenen Bodenverhältnisse zum entscheidenden Hindernis. Trainer Karl Schlechta beklagte sich bitter über die Mauer-Taktik von Chelsea. Tom Docherty beschwerte sich seinerseits über den Schiedsrichter und den seiner Ansicht nach nicht berechtigten Ausschluss von Hinton. Unter einem bezeichnete er den Sport-Club als „kein gutes Team“. Er sei sich sicher, dass Chelsea in die nächste Runde aufsteigen werde. Damit sollte Docherty Recht behalten, in Wien hatten die Blues den Blues, am 01.12.1965 nach einem 0:2 im Rückspiel in London war aber dem WSC das Lachen vergangen ...........


23. 06. 2021
"Da fällt herab ein Träumelein"





Die Kronen Zeitung vom 21.06.2020 kündigte den "Dornbacher Spatenstich" am 23.06.2020 mit der Schlagzeile "Traum wird Realität" an. Unter einem überschlug man sich vor Begeisterung: "Das lange Warten hat ein Ende und der langersehnte Traum vom Stadion-Umbau wird endlich in die Realität umgesetzt. "Im Herbst 2017 haben wir uns das erste Mal mit diesem Projekt beschäftigt. Das ist ein ganz großer Durchbruch und Meilenstein für unseren Klub", schwärmt .... Geschäftsführer Heinz Palme. Denn die Bagger sind an der Alszeile bereits fleißig im Einsatz. Damit der Ostligist im Sommer 2021 ins neue "Schmuckkasterl", das umgerechnet 6,25 Millionen Euro kosten und für knapp 6000 Personen Platz bieten wird, einziehen kann. "


"Schlaf, "K-Team", schlaf!
Der Raml hüt´t die Schaf,
Der Palme schüttelt´s Bäumelein,
Da fällt herab ein Träumelein,
Schlaf, "K-Team", schlaf .."


23. 06. 2021
1 Jahr "Dornbacher Spatenstich"





Auf dem Bild oben, das von der Rathauskorrespondenz zur freien journalistischen Verwendung gestellt wurde und dessen Urheber und Copyright-Inhaber Herr David Bohmann ist, sieht man unter anderem die Herren Raml, Orner, Eger und Palme anlässlich des "Dornbacher Spatenstichs" am 23.06.2020. Keiner der vier noblen Funktionäre machte sich beim ersatzlosen Abriss der ältesten Tribüne der Anlage, des Stehplatzes an der Kainzgasse, seine Hände schmutzig. Ihre Spaten dienten keinen Taten, sondern nur der arbeitslosen Pose für den Fotografen ...........


22. 06. 2021
"Es gabat a Bau-Leich ...."




Morgen begeht das "K-Team" den 1. Jahrestag seines "Dornbacher Spatenstichs". Aus diesem Anlass soll an ein "älteres Ehepaar" erinnert werden, das zu den Opfern des Bauverzugs zählt. Die "Kronen Zeitung" vom 24.06.2020 berichtete: ".. Aufsichtsratsvorsitzender Martin Orner, Geschäftsführer Heinz Palme ... und Architekt Albert Wimmer eröffneten gestern die Baustelle für den Stadion-Umbau .. . Dabei wurden schon VIP-Karten für die neue Heimstätte verkauft. "Ein älteres Ehepaar bekam den Umbau mit und sicherte sich gleich die ersten Tickets", freut sich Palme."

Das besagte Ehepaar gehörte früher zu den Mitgliedern des WSC, bevor es sich neben dem "K-Team" vor allem einem anderen lokalen Klub, dem FC Bayern München, zuwandte. Die weibliche Hälfte des Ehepaars wurde sogar Vorsitzende eines Wiener Anhängervereins der Münchner. Jo mei! Als leidenschaftliche Fans besuchten die beiden Hernalser Bayern viele Heimspiele ihres Lieblingsklubs und lernten dabei den Komfort der Münchner Allianz-Arena kennen. Der seit vielen Jahren unmittelbar bevorstehende Umbau des Dornbacher Stadions wird den Wahl-Münchnern nach Fertigstellung die Möglichkeit bieten, die alten, harten Holzbänke gegen den bayrischen Weißwurst-VIP-Standard zu tauschen. Jetzt muss - heiliger Hoeneß hilf - nur noch wirklich gebaut werden! Es pressiert. Vielleicht sollte man die Rosenheim-Cops einfliegen, um den Verbleib der neuen Haupttribüne aufzuklären. Was wird die findige Frau Stockl ihren Herren Kommissaren dann mitteilen? "Es gabat a Bau-Leich ...."


22. 06. 2021
Der 50 Jahre alte Entwurf des "Fusions"-Vertrags mit dem SK Rapid Wien aus dem Juni 1971














22. 06. 2021
Die spektakulärsten Spiele des Wiener Sport-Club, die nicht 7:0 endeten! Heute: Sechs auf einen Streich!





Kaum ein Spiel erzählt den Schwung der Stadtliga-Ära des WSC besser als die Partie am 09.04.2000 gegen Ankerbrot. Für den Wiener Sport-Club standen über all die Jahre in der Regel viel bessere Fußballer auf dem Feld als jene insgesamt 13 Spieler, die an diesem Tag in Dornbach den Dress des Vereins trugen. Trotzdem sollen niemals die Namen dieser jungen Männer vergessen werden, wenn im Kreis der alten Anhänger die Frage nach den spektakulärsten Spielen des WSC gestellt wird.

Lange Zeit konnte man beim Stand von 0:0 nicht ahnen, was da noch kommen würde. Dann erhielt in der 72. Minute der Ankerbrot-Spieler Solomun nach einem Hands die gelb-rote Karte. Diese Schwächung trieb die Favoritner mit dem Mut der zahlenmäßig Unterlegenen nach vorne und erzielten sie in der 76. Minute durch Lederer die Führung zum 0:1. Schon eine Minute später traf Holcmann zum 1:1 für den Sport-Club. In der 80. Minute musste mit Tomislav Batarilo der erste WSC-Spieler nach gelb-roter Karte wegen Fouls das Feld vorzeitig verlassen. Das Match wurde von Minute zu Minute hitziger und in der 83. Minute geriet "Petzi" Neidhart in einen mit bloßen Fäusten ausgetragenen Boxkampf gegen den Ankerbrot-Spieler Kilic. Diesen beendete Schiedsrichter Katterbauer dadurch, dass er nicht nur beide Fußballer voneinander trennte, sondern sie auch des Platzes verwies. Nunmehr stand es 1:1 an Toren und 9:9 nach Spielern.

Wer würde den nächsten Treffer schießen, wer den nächsten Spieler durch Ausschluss verlieren?! In der 88. Minute sandte Kapitän Rudolf Radanovic den Ball mittels eines langen, exakten Passes auf den rechten Flügel zu Sascha Hirtl. Der "Bulle" schlug eine seidenweiche Flanke zur Mitte. Punktgenau landete das Leder auf der Stirn des mitgelaufenen WSC-Stürmers Lazrak, der platziert einköpfte: Tooooooooor, 2:1 für den Wiener Sport-Club!

Damit war das Match aber noch nicht zu Ende. In der 90. Minute stieß der über den Verlauf der Partie verärgerte Ankerbrot-Spieler Makovszky Markus Buchinger ohne Anlass nieder. Kaya rächte seinen Mannschaftskameraden und musste dafür auf Anordnung von Schiedsrichter Kätterbauer gemeinsam mit Makovszky in die Kabine. Kurze Zeit später wurde das einzige Sport-Club-Match, in dem gleich sechs Spieler - und das innerhalb von nur 18 Minuten - ausgeschlossen worden waren, abgepiffen. Wie lautete die Spielbilanz? 2:1 für den Wiener Sport-Club! Und der Schiedsrichter-Bericht? "Sechs auf einen Streich ..."


21. 06. 2021
Auf ihrem traditionellen blau-gelben Hintern!

Laut heutiger "Kronen-Zeitung" will die Vienna die "Nummer drei in Wien" werden. Als ersten Schritt dazu ließ sie den Mitropa-Pokal nachbilden. Wie wäre es damit, das Original des Insolvenz-Edikts aus dem Jahr 2017 neben der falschen Trophäe aus dem Jahr 2021 zu platzieren?

Am 16.10.2014 war auf www.noen.at sogar von einer "zweiten Kraft" Vienna zu lesen: ""Wir ... müssen uns sportlich erst einmal für die Bundesliga qualifizieren. .. Der Zuseherschnitt ist mit 1.500 für die Regionalliga nicht schlecht. Doch wir wollen langfristig an ‚alte Zeiten‘ anschließen“. Die „First Vienna“ will ‚zweite Kraft‘ in Wien werden! Als finanzielle Unterstützung dient dazu das Sponsoring von „Care Energy“. Dem Energielieferanten steht der Sohn von Richard Kristek, Martin, vor. Ziel ist es, durch wachsende sportliche Erfolge den Verein für viele weitere Sponsoren interessant zu machen. Richard Kristek ist seit Jahrzehnten eingefleischter Vienna-Fan, hat viele Höhen aber auch sehr viele Tiefen des Vereines mitgemacht. „Die Vienna gehört wieder in die Bundesliga“, ist die Vision Kristeks."

Jetzt legt man neuerlich die abgespielte Traditionsklub-Platte auf: "Bundesliga, Vision, Fans, alte Zeiten, sportlicher Erfolg, Sponsoren!". Das Wunder ist, dass man für solche Ankündigungen nach wie vor ein Publikum findet. Sicher ist, dass die Vienna - ob als zweite oder dritte Kraft - wieder auf ihrem traditionellen blau-gelben Hintern landen wird .......


21. 06. 2021
"Mensch ärgere Dich nicht!"

Die Vereinsleitung des "K-Teams" sollte sowohl den depressiven Anhängern des "Fußball in Hernals" als auch Trainer Weinstabl reinen Wein einschenken und ihnen mitteilen, ob man diese Spielzeit beabsichtigt, die Bundesliga-Lizenz zu beantragen, oder ob der Aufstieg kampflos der "First Love" Vienna überlassen wird.

Im zweiten Fall möge man auf den verbliebenen drei Tribünen zur Aufrechterhaltung der Spannung über die gesamte Saison ein "Mensch ärgere Dich nicht"-Turnier veranstalten und in dessen brettspielfreien Pausen als Lückenfüller die Meisterschaftspartien austragen ..........


21. 06. 2021
Prost!

Die gestern hier veröffentlichte Glosse über die Verdienste von Herrn Kaipel als Sportler und Fußballfachmann für den Wiener Sport-Club veranlasste einen Leser anzufragen, wie hierorts die fussballerische Fachkompetenz des heutigen Präsidiums des "K-Teams" eingeschätzt wird. Ohne sich in fremde Angelegenheiten einmischen zu wollen, muss man als Neutraler festhalten, dass das Ergebnis der Beurteilung ein für den "Fußball in Hernals" ernüchterndes ist:

Präsident Raml Sportliche Betätigung: Altherren-Schwimmer - Fußballfachkompetenz: null

Vizepräsident Kaider Sportliche Betätigung: Hobby-Radrennfahrer - Fußballfachkompetenz: null

Kassiererin Schulz Sportliche Betätigung: unbekannt - Fußballfachkompetenz: null

Vizepräsident Krapf-Günther David Sportliche Betätigung: Hobby-Kicker bei SZ Marswiese - Fußballfachkompetenz: null

Vizepräsident Stauber: Sportliche Betätigung: Spielte laut Internet ein Cup-Match für den Wolfsberger AC, dieses ging 0:5 verloren, lernte den Sohn von Altbundeskanzler Kern auf einer Tribüne im Austria-Stadion kennen - Fußballfachkompetenz: null

Der ersatzlose Abriss des Stehplatzes an der Kainzgasse durch das "K-Team" stellte auch eine symbolhafte Handlung dar. Die alte Tribüne war früher der Standort des Fachpublikums des Wiener Sport-Club gewesen. Von dort aus wurde die Mannschaft des WSC in unzähligen Spielen durch Zurufe hervorragend taktisch beraten, während man die jeweiligen Gegner der Ausgewogenheit halber über ihre Unzulänglichkeiten aufklärte. Auf dem fachlichen Niveauunterschied zwischen diesem Teil des Sport-Club-Anhangs und den heutigen Fans des "Fußballs in Hernals" könnte man eine erste Dornbacher Weltcup-Abfahrt durchführen.

Mittlerweile ist es bereits so weit gekommen, dass ausgerechnet der Obmann der Anhängervereinigung des "K-Teams", Kurti Reichinger, öffentlich erklärte, dass es ohnedies "viel wichtiger" wäre, mit den Gegnern nach dem Match ein Bier zu trinken, als ob man gegen sie zuvor 1:0 gewinnt oder 0:1 verliert. Wenn man diese These zu Grunde legt, dann braucht man allerdings tatsächlich keine im Fußball fachkundigen Funktionäre, sondern genügt es, dass sie in der dritten Halbzeit ihre Frau und ihren Mann stehen. Prost ....


21. 06. 2021
"Der Sport-Club war beinah´ verloren ..."





Vor 50 Jahren, am 23.06.1971, beschloss der Vorstand des WSC die sogenannte "Fusion" mit dem SK Rapid Wien. Damals wie heute gilt: "Der Sport-Club war beinah´ verloren, der Platz schon in feindlicher Hand .."


20. 06. 2021
Verdienste





Herr Kaipel beging den 50. Jahrestag seines letzten Spiels für den Wiener Sport-Club mit einer Wanderung. Am 19.06.1971 stand er in Dornbach beim 0:2 gegen Austria Salzburg zum letzten Mal zwischen den Pfosten des WSC.




Oben: Das war das vorletzte Tor, das Herr Kaipel als Sport-Club-Keeper hinnehmen musste. Ein Corner Kodats erreichte am 19.06.1971 in der 5. Minute den auf dem Foto nicht sichtbaren Libuda, der den Ball am ins Leere springenden Willy Kaipel vorbei zum 0:1 für Austria Salzburg ins Tor köpfte.

Es wird immer wieder die Frage gestellt, warum Willy Kaipel trotz seines maßgeblichen Beitrags zur Entstehung des "K-Teams" aus dem Blickwinkel des Sport-Club so positiv gesehen wird. Das liegt daran, dass man Menschen vorzüglich an ihren Verdiensten, nicht an ihren Fehlern messen soll. Bei Herrn Raml ist die Anwendung dieses Maßstabs bedauerlicherweise nicht möglich. Dessen einziger zählbarer Verdienst als Sportler des Wiener Sport-Club besteht darin, dass er beim Altherren-Schwimmen nicht im Bassin unterging. Das zählt unter Fußball-Anhängern nicht viel ...


20. 06. 2021
Fantasie

Zu den vielen Auffälligkeiten des immer wieder verzögerten Stadionprojekts des "Fußballs in Hernals" gehört, dass dieses auf der Homepage der Vienna Smart Contracting GmbH ausdrücklich als vom Unternehmen zu verantwortende "Erfolgsgeschichte" bezeichnet wird. Der Leistungsgegenstand im Zusammenhang mit dem "Stadionneubau" des "K-Teams" bestehe aus "Planung, Ausschreibung und gesamtem Management der Entwicklung zu einer modernen Sportstätte". Offensichtlich als Beleg für diese angebliche Erfolgsstory wird ein Bild wiedergegeben, auf dem unter anderem die Herren Palme und Raml eine von Herrn Architekt Wimmer hergestellte Fotomontage der neuen Haupttribüne in die Kamera halten. Tatsächlich muss man Bau-Masochist sein, um den bisher im Wesentlichen aus dem ersatzlosen Abriss einer Tribüne bestehenden Baurückschritt, nicht Fortschritt, als "Erfolgsgeschichte" zu empfinden.

Stellen Sie sich vor, ein Interessent will das Referenzprojekt in Dornbach besichtigen. Was wird ihm Herr Palme dann sagen? "Haben Sie viel Fantasie? Ja?! Die werden Sie brauchen ..."


20. 06. 2021
Die spektakulärsten Spiele des Wiener Sport-Club, die nicht 7:0 endeten! Heute: Die höchste Heimniederlage des WSC!

Spektakulär sind natürlich nicht nur Siege, sondern auch Niederlagen. Das bitterste aller Debakel des WSC verwirklichte sich am 17.05.1998 in Dornbach. Der Sport-Club war vor dem Match 14., Gegner FAC 9. der Tabelle der Regionalliga Ost. Der im Konkurs befindliche, keine Prämien auszahlende WSC hatte am Match-Tag seit dem 17.10.1997 - also seit genau 7 Monaten - kein Meisterschaftsspiel mehr gewonnen. Trotzdem ahnte beim Anpfiff niemand, was da kommen sollte: Die schlimmste aller Heimniederlagen der Vereinsgeschichte!





Laut Lautsprecherdurchsage sollen an diesem sonnigen Sonntag-Nachmittag 400 Zuschauer anwesend gewesen sein, realistischer erscheint dem Zeitzeugen eine Zahl von 300 Besuchern. Die Sport-Club-Mannschaft bildete von Anfang an einen demoralisierten Torso. Es bedurfte nicht einmal einer überragenden Leistung des FAC, um den WSC in den sportlichen Staub zu werfen. Die Treffer fielen mangels Aufbäumens des Sport-Club gleichmäßig verteilt über die gesamte Spielzeit, sodass der Schmerz während der 90 Minuten nie nachließ:

0:1 ( 2.) Pospisil
0:2 (20.) Bürringer (Freistoß)
0:3 (34.) Strasser
0:4 (38.) Pospisil (Elfer)
0:5 (58.) Bürringer
0:6 (70.) Haller
0:7 (80.) Brnic
0:8 (83.) Brnic






Zur Höhe des Ergebnisses mag beigetragen haben, dass der Sport-Club-Verteidiger Cosic nach dem von ihm in der 38. Minute begangenen Elfmeter-Foul wegen Torraubes des Feldes verwiesen wurde. Möglich ist aber auch, dass die Partie mit elf Spielern am Platz sogar noch höher verloren gegangen wäre. Mit diesem Resultat war der Abstieg aus der Regionalliga Ost zwar noch nicht mathematisch, dafür aber moralisch sicher. Folgende Mannschaft kapitulierte am 17.05.1998, ohne einen für den Gegner gefährlichen Schuss abgegeben zu haben: Hans Leitert; Zeljko Cosic, Daniel Kriwitz, Georg Weigl; Orhan Kayhan (75. Dragan Puselja), Kristijan Stanic, Thomas Griessler, Hans Benninger (46. Majamba Lutuno), Jürgen Gruber; Moto Atede Moke, Gerald Uwira.

Nach dem Match wurde die Zusammenarbeit mit Trainer Gernot Zirngast und den Spielern Moke, Lutunu, Damnjanovic, Benninger und Batarilo beendet. Die Herren Damnjanovic und Batarilo waren gegen den FAC nicht einmal zum Einsatz gekommen. Walter Binder übernahm das Training. Am 31.05.1998 folgte das letzte Heimspiel der Saison. Gegen Baumgarten fielen wieder 8 Tore, Diesmal schoss der Gegner nur 6 Treffer, der WSC immerhin 2 Tore! Es ging also wieder aufwärts ......


19. 06. 2021
Alles im Plan ...

1. Am 15.11.2019 teilte www.heute.at das Folgende über den Stand der Sanierung des Stadions des "K-Teams" mit: "Die Umbauarbeiten starten schon am 7. Jänner. Der Zeitplan für die Sanierung ... in der Alszeile 19 steht fest. Schon ab 7. Jänner werde die Friedhofstribüne saniert, so Aufsichtsratschef Martin Orner zu "Heute". Die legendäre Stehplatz-Tribüne wird abgedichtet, um die Räume im Gebäude darunter trocken zu bekommen. Elektrik und WCs werden erneuert. Die gegenüberliegende Blaue Tribüne wird ebenfalls in der Winterpause saniert."

2. Die selbe Information erhielten die Anhänger des "K-Teams" am 13.12.2019 bei einer in den "Katakomben" des Dornbacher Stadions stattgefundenen Informationsveranstaltung!

3. Auf Facebook und der Homepage des "K-Teams" war dann aber am 10.04.2020 zu lesen: "Aufgrund vielfacher Anfragen können wir bestätigen, dass die Stadion-Revitalisierung trotz Corona planmäßig voranschreitet. Die Ausschreibung der Sanierungsarbeiten (FHT und Blaue Tribüne, Spielfelderweiterung Kainzgasse) erfolgt unmittelbar nach Ostern, die Arbeiten sind für Juni/Juli anberaumt."

4. Zwischen 13.12.2019 und 10.04.2020 war niemals veröffentlicht worden, dass sich der Zeitplan der Sanierung von Friedhofstribüne und Blauer Tribüne geändert hätte. Vor allem: Was soll man von Verantwortlichen halten, die am 13.12.2019 behaupten, man werde mit den Sanierungs-Arbeiten am 07.01.2020 beginnen, um am 10.04.2020 ohne Begründung der Verzögerung zu erklären, dass es bis dahin "planmäßig" noch nicht einmal eine Ausschreibung dieser Gewerke gegeben habe? Aus diesem konkreten Beispiel leuchtet die Desinformationspolitik der Leitung des "K-Teams" und damit der Grund hervor, warum man ihren Kundmachungen nicht trauen kann.

Was heute - im Juni 2021 - auf dem Plan steht? Das planmäßige Stillschweigen über den planmäßigen Stillstand der planmäßigen Fortführung des Bauvorhabens! Alles im Plan ........


19. 06. 2021
Zum Match England gegen Schottland: Aus Rudolf Geiters Nachlass





Rudolf "Gritscherl" Geiter war der erste Sport-Club-Fußballer, der sowohl gegen England als auch gegen Schottland spielte. Die abgebildeten Archivalien stammen aus seinem Nachlass. Beim ersten Sieg Österreichs über England am 06.05.1936 schoss er den zweiten Treffer. In den "Offiziellen Mitteilungen des Wiener Sport-Club" war damals darüber zu lesen: "Nun, Geiter hat uns nicht enttäuscht, er hat vor 62.000 Zusehern nicht nur eine unerhörte Nervenprobe glänzend bestanden, sondern sich obendrein als einer der besten Stürmer erwiesen. Unerhörter Jubel durchtoste das Stadion, als unser Gritscherl in prachtvoller Art das zweite entscheidende Tor erzielte. Dieses Goal war gleichzeitig das schönste des Tages. Anerkennenswert war schon, wie Geiter in voller Erkennung der Situation zur Mitte lief und durch Zuruf Sindelar veranlasste, ihm das Leder vorzulegen. Wunderbar dann sein Sololauf gegen das Tor, die beiden englischen Teamspieler distanzierend. Aber einem gewiegten Teamspieler gleich die Art, wie er dann den Ball, über den herauslaufenden Tormann hinweg, ins Netz beförderte ........"










19. 06. 2021
Die spektakulärsten Spiele des Wiener Sport-Club, die nicht 7:0 endeten! Heute: Die "lebensgefährliche" Schlacht gegen Oldham United!

Am 05.06.1911 spielt der Wiener Sport-Club auf der alten Hohen Warte gegen den englischen Profi-Klub und Tabellensiebenten Oldham United. Es entwickelt sich ein bemerkenswertes Match.




Mr. Evans Jones


Laut "Neues Wiener Tagblatt kommen „die Oldhams“ pünktlich zum angeblich festgesetzten Matchbeginn um 16 Uhr 30 aufs Spielfeld, müssen aber eine halbe Stunde warten, bis der WSC erscheint. Anfangs geben nur neun Sport-Club-Fußballer den Engländern die Ehre, zwei weitere Spieler treffen noch einmal drei Minuten später ein. Da steht es bereits 1:0 für die Gäste. Das Tor war vom Anstoß weg durch den Waliser Evans Jones, Goalgetter und Kapitän Oldhams, gefallen. Der Mittelstürmer nahm den Ball aus der Luft und schoss ein. Fünf Minuten später diktiert Schiedsrichter Devidé - ein Vienna-Funktionär, der als Ersatz für den nicht erschienenen Referee Komar eingesprungen war - einen Hands-Elfmeter gegen Oldham. Es kommt zu erregten wienerisch-englischen Debatten. Der Schiedsrichter versucht, den Ball auf den Elfermeterpunkt legen. Die Engländer wollen die Ausführung des Strafstoßes aber nicht zulassen. Endlich fügen sie sich. Schmieger schießt "glatt" zum 1:1 ein.

Der Kampf nimmt immer unangenehmere Formen an. Die Engländer arbeiten mit Händen und Füßen, der WSC wehrt sich. Laut "Neues Wiener Tagblatt" kommt es zu einem „gefährlichen Rencontre“: Ein angeblich herausfordernd auftretender Sport-Club-Fußballer wird von Mr. Jones, dieser sekundiert von drei seiner Mannschaftskameraden, "zur Rechenschaft gezogen". Die Beteiligten nehmen drohende Boxerstellung ein. Schiedsrichter, Linienrichter und besonnene Spieler treten dazwischen und verhindern Tätlichkeiten.

Knapp vor der Pause gibt es abermals Aufregung! Der Schiedsrichter schließt den rabiaten Mr. Jones aus, wogegen heftiger Protest erhoben wird. Seine Mannschaftskameraden verweisen darauf, dass eine solche Maßnahme weitreichende Konsequenzen für Mr. Jones hätte, da er von der englischen FA diszipliniert werden würde. Sie erklären sich mit ihm solidarisch. Infolge dieses Widerstands bricht der entnervte Schiedsrichter Devidé das Spiel ab. Die Wiederaufnahme der Partie erfolgt - nach Einigung der beiden Mannschaften darüber - unter Teilnahme von Mr. Jones sowie durch einen anderen Referee, Herrn Trinks. Diesem fällt es auf Grund der erregten Stimmung ebenfalls nicht leicht, das Match zu leiten. Einen Elfmeter für Oldham schießt Mr. Jones an die Stange. Der Sport-Club erzielt aus einem Penalty schließlich das 2:1 und besiegt dadurch zum ersten Mal in seiner Geschichte einen englischen Verein.

Willy Schmieger stellte die Position des Wiener Sport-Club in einem Leserbrief vom 07.06.1911 an das "Neues Wiener Tagblatt" wie folgt dar: „Die bedauerlichen Vorfälle bei dem vorgestrigen Spiele Oldham-W.Sp.C. veranlassen mich, folgendes festzustellen: Das Spiel begann nicht mit einer halbstündigen Verspätung, sondern zehn Minuten vor der festgesetzten und uns mitgeteilten Zeit, nämlich um 4 Uhr und 50 Minuten. Wir fingen entgegenkommenderweise mit neun Mann an, was auch ein Goal kostete. Für den verhinderten Schiedsrichter Herrn Komar war Herr Devidé erschienen, der leider wegen seiner Nervosität den Anforderungen eines solchen Wettspiels nicht gewachsen ist. Welche Mannschaft diese Schwäche des Schiedsrichters zuerst ausnützte, bleibe dahingestellt, doch können wir ruhig sagen, dass wir ein derart lebensgefährliches Spiel noch nicht mitgemacht haben. Die Engländer riefen einander ganz unverblümt zu, nur rücksichtslos drauf loszuschlagen. Als dann ihr Kapitän wegen geradezu unglaublicher Rohheiten und weil er dem Schiedsrichter von hinten den Ball an den Kopf warf, ausgeschlossen wurde, erlaubten wir ihm, mit Rücksicht auf die unangenehmen Folgen einer solchen Strafe für einen Professional, weiterzuspielen, was nun die Oldhams bei der F.A. anzeigen werden. Ich bemerke noch, dass sechs Spieler unserer Mannschaft mehr oder weniger erheblich verletzt wurden. Jedenfalls haben wir kein Verlangen mehr, nochmals gegen Oldham zu spielen.“

Und so war es auch, der WSC trat nie wieder gegen Oldham an .....


18. 06. 2021
"Treten Sie hinter die kalibrierte Linie ..."

Die österreichische Nationalmannschaft kann für sich in Anspruch nehmen, für die beiden bisher dümmsten Aktionen der EM verantwortlich zu sein. Nach dem selbstzerstörerischen "Torjubel" von Herrn Arnautovic folgte gestern nach dem zweiten Treffer der Niederlande ein mit Gelb bedachter Proteststurmlauf von Keeper Bachmann zum Linienrichter. Er reklamierte eine angebliche Abseitsstellung vor dem Tor. Abgesehen davon, dass das 0:2 völlig zu Recht gegeben wurde, sind Beschwerden dieser Art gegenüber dem Schiedsrichter-Assistenten absurd. Die inhaltliche Überprüfung als Grundlage der allfälligen Korrektur einer Abseits-Entscheidung fällt bei der EM nicht in die Zuständigkeit des jeweiligen Schiedsrichter-Teams. Wenn, dann hätte Herr Bachmann nach Frankreich eilen müssen, um beim dort ansässigen "VAR" vorstellig zu werden. Was wäre ihm von diesem mitgeteilt worden? Frei nach Michael Niavarani: "Treten Sie hinter die kalibrierte Linie ...."


18. 06. 2021
Das Gegenstück

Der historischen Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass das im nachstehenden Artikel geschilderte Verhalten von Ajax im Jahr 1912 das genaue Gegenstück zu einem Vorfall im Jahr 1907 bildete, als am 18. November das Spiel Wiener Sport-Club gegen Viktoria in Dornbach bei 1:2 für die Gäste abgebrochen werden musste. Der Grund lag darin, dass die Ausführung eines dem WSC zugesprochenen Elfmeters vom Gegner dadurch beharrlich verhinderte wurde, dass er neben dem Tormann auch seine sämtlichen Feldspieler im eigenen Strafraum zwischen Elfmeterpunkt und Torlinie versammelte und sich weigerte, die für die Ausführung des Penaltys vorgesehene Schussbahn zu räumen ....


18. 06. 2021
Die spektakulärsten Spiele des Wiener Sport-Club, die nicht 7:0 endeten! Heute: Das Skandal-Match gegen Ajax!

Gestern erinnerte der jeder Spielfreude beraubte Fußball der österreichischen Nationalmannschaft sowie ihre schwarzen Dressen an die "Gurkentruppe" des "K-Teams". Man möge froh sein, dass die Niederlage gegen die Niederlande so nieder ausfiel. Als der Wiener Sport-Club vor fast 110 Jahren zum ersten Mal auf niederländische Fußballer traf, ging es andersrum aus.

Ajax Amsterdam, heute ein Klub von Weltgeltung, wurde am 18.03.1900 im „East India Cafe“ in Amsterdam unter dem Namen „Amsterdamsche Football Club Ajax“ gegründet. Warum sich die Herren Stempel, Dade und Reeser, die Männer der ersten Stunde, dabei für die Bezeichnung „Ajax“ und damit für einen griechischen Helden als Taufpaten entschieden, ist nicht überliefert. Die Anfänge des neuen Vereines waren bescheiden. Man spielte zuerst nur auf Stadtebene im Rahmen des „Amsterdamsche Voetbal Bond“ und stieg dann in die dritte Liga des „Nederlands Voetbal Bond“ auf. Am 08.10.1908 kam es zum Zusammenschluß mit einem Verein namens „Holland Amsterdam“. In der Folge wurde John Kirkwan - ein ehemaliger irischer Nationalspieler, der vom Chelsea FC kam - als erster ausländischer Trainer verpflichtet. Mit ihm gelang 1911 der Aufstieg in die damals noch in 5 Gruppen gegliederte erste niederländische Liga.




Oben: Szene des Spiels des WSC gegen Ajax am 27.05.1912 nach einem Eckstoß des Sport-Club. Das Grunddesign der Dressen von Ajax wurde bis heute beibehalten.

Im Mai 1912 führte Ajax eine Reise nach Wien, wo man am Pfingstmontag, dem 27.05.1912, gegen den Wiener Sport-Club auf dem W.A.F.-Platz spielte. Laut "Wiener Tagblatt“ gaben die Niederländer von allem Anfang an „dem Kampfe eine etwas schärfere Note“ und „verleiteten dadurch einen Sportklubspieler einen ähnlichen Ton anzuschlagen“. Damit wäre es um die „friedliche Austragung des Spieles nicht mehr besonders gut bestellt“ gewesen.

Was war passiert? Der Sport-Club spielte in der ersten Halbzeit druckvoll und erzielte durch einen von Karl Braunsteiner „famos“ geschossenen Freistoß das 1:0. Der Sturm von Ajax wirkte mit Ausnahme des seinen Nebenleuten „stark überlegenen“ Mittelstürmers „zerfahren“. Die Verteidigung war „noch der beste Teil“ der niederländischen Mannschaft, die dem Kombinationsspiel des WSC wenig entgegen setzen konnte. Nach der Pause hatte der Sport-Club neuerlich mehr vom Spiel, bis dieses nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff des Schiedsrichters, eines Herrn Gußmann, eskalierte. Ein Ajax-Spieler hatte im eigenen Strafraum ein Hands begangen, das aber nach den übereinstimmenden Meinungen der Berichterstatter ein unabsichtliches gewesen sein dürfte. Die Niederländer waren über den ihrer Ansicht nach unberechtigten Elfmeter so empört, dass sie ihr Tor völlig „unverteidigt“ ließen, um „gegen die schiedsrichterliche Entscheidung zu demonstrieren“. In keinem der Zeitungsberichte wurde der Namen jenes Sport-Club-Spielers erwähnt, der diese einmalige Chanche zum 2:0 nützte, wahrscheinlich wird es aber der damalige Elfmeterspezialist des WSC, Willy Schmieger, gewesen sein, der das wohl einfachste Tor seiner Karriere erzielte. Über den weiteren Verlauf des Spieles und dessen vorzeitiges Ende berichtete das “Neue Wiener Tagblatt“ wie folgt: „In der folgenden Spielzeit suchten sich die Holländer an der völlig unschuldigen Sportklubmannschaft zu rächen, Neubauer blieb eine entsprechende Antwort nicht schuldig und wurde ausgeschlossen. Es dauerte nicht lange, da gab es einen Zusammenstoß zwischen Müller II und einem gegnerischen Halfback, wobei der Holländer dem Wiener gerne einen Denkzettel verabreicht hätte. Er schlug sich dabei aber selber seine Knochen an, um sofort in ein wüstes Indianergeheul auszubrechen und den Schiedsrichter auf seine Seite herüberzubekommen. Schiedsrichter Gußmann ließ sich in diesem Falle aber nicht irreführen, obwohl die Holländer alles mögliche und unmögliche reklamierten. Die Folge war dann der Abmarsch der Gäste vom Spielfelde, die schnell in ihre Überkleider fuhren und durch nichts mehr zurückzubringen waren. Dies ereignete sich 21 Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit.“

Das Konzert einer nach dem Abbruch der Begegnung auf dem Spielfeld aufmarschierenden Militärkapelle half, die Zuschauer mit dem unvermuteten Ende der sportlichen Darbietungen zu versöhnen. Das „Illustrierte österreichische Sportblatt“ bemerkte spöttisch, dass die Ajax-Mannschaft, mit deren „sportlicher Erziehung es trotz des englischen Trainers nicht weit her gewesen“ sei und die sich vom Spiel auf „holländisch“ empfohlen hätte, am Abend pünktlich zum veranstalteten Festmahl erschienen wäre, „um dort die reguläre Mahlzeit bis zur letzten Sekunde einzuhalten.“

Die „Allgemeine Sportzeitung“ verabschiedete Ajax mit den nachstehenden Worten: „Der denkende Zuschauer legt sich die Frage vor, ob man solche Gegner erst aus dem fernen Holland bringen muss? Gibt es in in Wien nicht Dutzende gute zweitklassige Mannschaften?“


17. 06. 2021
Und wenn sie nicht gestorben sind ....

Wem sollte man in Sachen "K-Team" mehr glauben als Herrn Bunke, dem trotzkistischen Chefchronisten des "Fußball in Hernals"? Er schrieb am 18.05.2018 auf www.meinbezirk.at unter Berufung auf Herrn Orner folgende aufsehenerregende Story über die Renovierung des Dornbacher Stadions: "Was lange währt, wird endlich gut: Die ... Platz-Sanierung ist endlich auf Schiene gebracht. Schon in der nächsten Winterpause soll gearbeitet werden. Viele Fehlstarts hat es in Sachen Platzsanierung in den vergangenen Jahren gegeben. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. "Wenn nicht noch überraschende Stolpersteine auftauchen, wird in der nächsten Winterpause mit den Bauarbeiten begonnen ..", so der Aufsichtsratsvorsitzende Martin Orner. ... Die Bauzeit soll etwa ein Jahr betragen. Endlich soll Schwung in die Sanierung des .. Platzes kommen."

Was lange währte, wurde wirklich gut. Tatsächlich kam Schwung in die Sanierung des Dornbacher Stadions und niemand sah jemals schwungvollere Bauarbeiten als jene des "K-Teams" in den Monaten ab der Winterpause 2018/19. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann bauen sie noch heute ..........


17. 06. 2021
Sören Busk - Der einzige Sport-Club-Spieler bei einer Europameisterschaft, 2. Teil: Wie er doch noch zum WSC kam!

Der ein Jahr älter gewordene Sören Busk bekam auch noch im Sommer 1987 von Herrn Ing. Nouza einen Zweijahres-Vertrag. Neuerlich gab es aber einen Haken, nämlich diesmal die bedauerliche Tatsache, dass der Körper von Herrn Busk zu diesem Zeitpunkt offensichtlich nicht mehr für den Profi-Fußball geeignet war. Derjenige, der das nicht glauben wollte, war Ing. Nouza selbst. "Sport und Toto" veröffentlichte in seiner Ausgabe vom 07.07.1987 ein Interview mit dem Sport-Club-Präsidenten, in dem ihm zu Busk folgende Frage gestellt wurde: "Mit dem Dänen Sören Busk haben Sie einen Nachfolger für De Greef gefunden. Zeitungen schreiben, er sei in Frankreich nur Spieler zweiter Wahl gewesen. Stimmt das?" Ing Nouza antwortete darauf empört: "Das war eine Gemeinheit eines Journalisten, Busk so herunterzumachen, obwohl Busk der zweitbeste Spieler in Frankreich war und natürlich immer aufgestellt wurde. Mit ihm haben wir die Probleme mit der Verteidigung gelöst."

Auf der Sören Busk gewidmeten Wikipedia-Seite wird behauptet, dass der Däne nur in der Saison 1987/88 Fußballer des WSC gewesen wäre und in dieser Spielzeit 26 Meisterschaftspartien absolviert hätte. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes die halbe Wahrheit. Tatsächlich spielte Busk sowohl 1987/88 als auch 1988/89 für den Wiener Sport-Club und bestritt er in diesen beiden Saisonen zusammen 26 Meisterschaftsbegegnungen. Von unzähligen kleineren und größeren Blessuren geplagt, kam der Verteidiger in seiner ersten Spielzeit 1987/88 auf nur 11 von 36 möglichen Meisterschaftsspielen. Das kleine Wunder bestand darin, dass er gerade immer dann fit zu werden schien, wenn ein Länderspiel Dänemarks vor der Tür stand. So kam es, dass ein Sport-Club-Fußballer, der nicht einmal dem Stammaufgebot des WSC angehörte, bei der EM 1988 in Deutschland im ersten Spiel der Dänen - gegen Spanien - auflief. Die Sport-Club-Anhänger saßen am 11.06.1988 voller Erwartung vor dem Fernseher, um festzustellen, wie viel stärker sich Sören Busk im dänischen Nationaldress präsentieren würde. Die Antwort auf diese Frage lautete, dass er genauso schlecht wie beim Sport-Club spielte und in der 2. Hälfte ausgetauscht wurde. Es war das letzte Länderspiel von Sören Busk. Nunmehr konnte er sich endlich auf den Wiener Sport-Club konzentrieren.

Prompt steigerte sich die Zahl seiner Meisterschaftseinsätze in der Saison 1988/89 auf sensationelle 15 von möglichen 36 Begegnungen. Ein unter dem Titel "Ein Begräbnis auf Raten" in der periodischen Druckschrift "Die Ganze Woche" erschienener kritischer Artikel des mittlerweile verstorbenen Journalisten Walter Hoyer über Ing. Nouza und seine Tätigkeit beim Wiener Sport-Club führte im Herbst 1988 zu einem Presse-Prozess vor dem Landesgericht für Strafsachen Wien. Diesen hatte Ing. Nouza als Privatankläger gegen Herrn Hoyer angestrengt. Laut damaliger Verhandlungs-Mitschrift sagte der Angeklagte Hoyer bei der ersten Verhandlung im Oktober 1988 das Folgende aus: "Da gibt es zum Beispiel den Dänen Busk, der liegt schon wieder im Operationssaal. Berater haben Nouza davon abgeraten, diesen Spieler einzukaufen, da er ein kranker Mann ist. Er hat nämlich auf beiden Beinen eine chronische Achillessehnen-Entzündung. Nouza hat diesen Spieler trotzdem eingekauft."

Am Ende der Saison 1988/89 war es aber mit dem Engagement des Dänen endlich vorbei und verabschiedete sich Herr Busk Richtung Herföge BK! Hätten ihn die Monegassen doch nur ein wenig länger mit einem höheren Angebot als jenem des Sport-Club erpresst ......


16. 06. 2021
Der Ehrenpräsident des Wiener Sport-Club, Hannes Hradez sen., verstarb am 15.06.2021: Wir haben Dich noch immer gern .......

Der Ehrenpräsident des Wiener Sport-Club, Hannes Hradez sen., verstarb am 15.06.2021. Der Herrgott ließ ihn in der Klinik Floridsdorf, wohin er einen Tag vorher eingeliefert worden war, friedlich einschlafen. Hier soll dem Toten durch jene Zeilen gedacht werden, die anlässlich seines Abtritts als Präsident des Wiener Sport-Club im Jahr 2015 geschrieben wurden:





"Bei der Mitgliederversammlung am 24.06.2015 fand ein in der Geschichte des Wiener Sport-Club beispielloser Wechsel statt. Hannes Hradez kandidierte auf seinen Wunsch nicht mehr als Präsident, die junge Architektin Dipl. Ing. Adrian-Schäffer folgte ihm nach. Mit ihr steht erstmals eine Frau an der Spitze des WSC. So sehr der neuen Präsidentin Zukunft und Hoffnung gehören, so sehr gelten Dank, Anerkennung und vor allem Zuneigung dem sein Amt aufgebenden Präsidenten.

Es soll aus Anlass des Ausscheidens von Hannes Hradez als Vereinspräsident keine verklärende Würdigung verfasst werden. Sowohl Hannes Hradez als auch der Wiener Sport-Club verdienen Besseres. Würde man aber heute eine Ausstellung über die Geschichte des WSC veranstalten, müsste man Hannes Hradez bitten, sich stundenweise als lebendes Exponat zur Verfügung zu stellen und während der Öffnungszeiten in einer Vitrine mit der Aufschrift „Der Sport-Club-Mensch“ Platz zu nehmen. In vielerlei Hinsicht eröffnen Wesen und Charakter von Hannes Hradez den Zugang zum Verständnis der Eigenart und der Gründe des Überlebens des WSC: Eigenwillig, ein bisserl stur, ausdauernd, manchmal ein wenig grantig, aber doch immer liebenswürdig und humorvoll, die eigene Anhänglichkeit zum Verein nie nach ihrem Sinn hinterfragend, sondern als Selbstverständlichkeit, als Muttermal des Lebenswegs empfindend.

Kein anderer Funktionär diente und dient dem WSC länger als Hannes Hradez. Am 23.02.1962 bestätigte die Generalversammlung des Wiener Sport-Club seine erstmalige Wahl zum Leiter der Fechtsektion. 53 Jahre später übt er dieses Amt noch immer aus. Das Verdienst von Hannes Hradez besteht nun nicht darin, dass er immer alles richtig machte. Es ist vielmehr durchaus möglich, dass manchen manches für kurze Zeit besser gelungen wäre als ihm. Die einzigartige Leistung von Hannes Hradez liegt vielmehr darin, dass er sich dem Sport-Club nicht bloß für einen Sprint, sondern für den Marathon seines gesamten Lebens zur Verfügung stellte. Hannes Hradez ist verantwortlich dafür, dass die Fechtsektion des WSC nach wie vor existiert. Er war nie ein Strohfeuer, sondern immer eine nicht erlöschende, sich aus seiner Begeisterung für den Sport nährende Fackel. Er verkörpert einen Bogen, der sich vom Weltmeistertitel von Roland Losert im Danzig des Jahres 1963 über den 56. Staatsmeistertitel der Fechtsektion im Juni 2012 bis heute spannt.

Hannes Hradez wurde 1936 geboren und lebte bis zu seinem 24. Lebensjahr in der Ottakringer Maroltingergasse. Dann übersiedelte er nach Hernals in die unmittelbare Nähe des Sport-Club-Platzes. Die beiden Schwestern seiner Mutter waren mit Sport-Club-Anhängern verheiratet. Der eine, Willy Krista, Handballer und gleichzeitig Degenfachwart des Vereins, brachte Hannes Hradez zum WSC und zum Fechten. Daneben spielte Hannes Hradez lange Zeit bei einem katholischen Hernalser Klub Basketball. Fußballanhänger des Sport-Club war er von klein auf und besuchte er schon als Bub mit seinem Vater die Heimspiele des Vereins. Die größten Erfolge von Hannes Hradez als Fechter waren jeweils der 3. Platz bei den österreichischen Staatsmeisterschaften 1957 in der Florett-Mannschaft sowie 1969 im Säbel-Einzel. Dass er bereits mit 26 Jahren Leiter der Fechtsektion wurde, ergab sich daraus, dass der WSC damals sechs Vorstandsmitglieder des österreichischen Fechtverbandes, darunter Präsident Ing. Hanisch, und drei Vizepräsidenten stellte. Da die älteren Mitglieder somit Funktionärsaufgaben auf Verbandsebene wahrnahmen, fiel bei der Besetzung des Postens des Sektionsleiters die Wahl auf Hannes Hradez. Er sorgte sich um die Sektion so sehr, dass er bald eine talentierte oberösterreichische Fechterin heiratete. Diese Verbindung führte nicht nur zu menschlichem Glück, sondern auch zu sportlichem Erfolg für den Wiener Sport-Club: Ehefrau Hannelore Hradez holte für den WSC in Mannschaft und Einzel fünf, Sohn Mag. Hannes Johannes Hradez sogar siebzehn österreichische Meistertitel.

In den Jahren nach den olympischen Spielen in München 1972, an denen mít Waltraud Repa-Peck, Hannelore Hradez sowie Roland Losert drei Mitglieder der Fechtsektion teilnahmen, kam es zum Umbruch. Degen und Florett wurden als Waffen aufgegeben und konzentrierte man sich von nun an auf den Säbel. Hannes Hradez begründete dies immer freimütig damit, dass man sich nach dem Aufhören der großen Leistungsträger in dieser in Österreich am wenigsten umkämpften Fechtsparte die besten Chancen ausrechnete. Er sollte Recht behalten. Während all der Jahre gehörte Hannes Hradez dem Vorstand des Wiener Sport-Club an. Er war dabei immer nur stiller Zuhörer und maß es sich nicht an, den Herren des Fußballs Parole zu bieten. Als nach der ersten von der Fußball-Sektion verursachten Insolvenz die um ihre Sportgeräte bangenden Tischtennis-Spieler unter Fritz Dischendorfer einen eigenen Verein gründeten, verweigerte Hannes Hradez ihnen die Begleitung und blieb er mit seinen Fechtern im WSC. Als die Fußballer im Jänner 2002 im Rahmen der dritten Insolvenz zum bemerkenswerten Entschluss kamen, mit dem von ihnen zu verantwortenden wirtschaftlichen Desaster und damit auch mit dem Wiener Sport-Club nichts mehr zu tun haben zu wollen, bestand die erste gute Nachricht in dem Bekenntnis der Fechter, weiter zum alten Verein zu stehen. Ohne sie wäre der WSC zum Debattier-Club und Museumsverein verkommen. Es schien wie ein Zeichen, als Mag. Johannes Hradez im Frühjahr 2002 nach fünf Jahren erstmals wieder den österreichischen Säbel-Meistertitel im Einzel holte und auch die Mannschaft siegreich war.

Als man 2003 begann, den Verein neu aufzubauen, erging die dringende Bitte an Hannes Hradez, sich dem Wiener Sport-Club als Präsident zur Verfügung zu stellen. Wie 1962 folgte er auch damals aus Pflichtbewusstsein dem Ruf seines Vereins. Präsident blieb er völlig unangefochten bis zu dieser Woche, bis zu seinem höchstpersönlichen Entschluss, es mit 79 Jahren sein zu lassen. Der WSC überwand unter seiner Präsidentschaft die schwerste Krise seiner Geschichte und steht heute auf den Füßen von fünf aktiven Sektionen. Erstmals seit den 50er-Jahren ist der Verein nicht mehr verschuldet. Der 2002 von den Fußballern als unerreichbar bezeichnete Zwangsausgleich kam nicht nur zustande, sondern wurde mittlerweile zur Gänze erfüllt und verfügt der Verein sogar über ein nennenswertes Bankguthaben. Hannes Hradez kann trotz der noch immer nicht geschlossenen Wunde „Fußball“ zufrieden sein. Zu seinen Eigenarten gehört, dass er im Gegensatz zu vielen anderen Präsidenten nie gerne Reden hielt, immer im Hintergrund blieb. Hier, jetzt soll man ihm nicht nur bloß „Danke“, sondern vor allem eines sagen: Wir haben Dich gern!"


Wir haben Dich noch immer gern ........


16. 06. 2021
Aus Anlass des bevorstehenden ersten Jahrestags des "Dornbacher Spatenstichs" vom 23.06.2020: Baumeister Tromayer vor 4(!) Jahren am 25.08.2017 zu den Gründen des schon damals eingetretenen Stillstands des Stadionprojekts des "K-Teams"!

Interviewer: Was sagen Sie zum Stillstand des Projekts der Sanierung des Platzes? Es gibt keine Ausschreibung, keine Einleitung eines Bauverfahrens! Unter diesen Umständen wird sich ein Baubeginn im Jahr 2017 wohl nicht mehr ausgehen, oder?

Baumeister Tromayer: Folgendes: Wie Sie richtig rausgekriegt haben, Sie haben gesprochen mit dem Schick, Sie haben gesprochen mit dem Treberspurg, Sie haben gesprochen mit dem Binz, na ja, die Fäden habe immer ich gezogen. Ich habe alles immer vorgegeben. Punktgenau, planlich genau, zeitlich genau, alles habe ich vorgegeben! Es ist halt so, dass das irgendjemand machen muss, einer muss die Fäden ziehen! Einer muss der Boss sein und der muss das vorgeben! Und ich glaube, mich erinnern zu können, und das behaupte ich einmal, das ich immer die Wahrheit gesagt habe. Ich habe sämtlichen Mitgliedern unzensiert auf jede Frage die Wahrheit gesagt. Ich habe immer gesagt, es geht mir dreckig dort oder der Exekutor ist da gestanden. Jeder konnte das wissen. Es ist auch so, dass ich mit der Gemeinde Wien - es geht ja immerhin um Förderungsgelder - minutiös und planlich alles dokumentiert habe. Der Baubeginn und die Auszahlung des Geldes ist ja alles fix fertig! Und ich habe auch eines gesagt, im September gibt es zwei Möglichkeiten, die kleine und die große Lösung. Man soll sich entscheiden. Es wäre ab dem Zeitpunkt der Pressekonferenz, die nicht ich veranstaltet habe, das ist komplett falsch herübergekommen, auch von Ihrer Seite ...

Interviewer: Mir erteilte diese Information Herr Mag. Strauch vom Sekretariat des Stadtrats. Er sagte im Vorhinein, dass die Pressekonferenz Ihre Idee war und man gar nicht wisse, was Sie dort im Detail verlautbaren würden. Man wolle Sie aber unterstützen ..

Baumeister Tromayer: Nein, das war die Gemeinde, aber nicht der Tromayer. Die Vorgangsweise, dass man eine Pressekonferenz macht, ist vom Stadtrat gekommen, aber nicht vom Tromayer. So: Und ich habe auch gesagt, dass wir das den Mitgliedern im September vorlegen werden. Was hätten wir bis dato gemacht? Es ist alles schriftlich festgelegt. Sobald die erste Auszahlung erfolgt, das steht auch schriftlich, geht das Geld an den Verein und gibt er den ersten Teil an die Architekten weiter. Diese hätten jetzt die Aufgabe gehabt, bis Mitte September eine Leistungsbeschreibung zu schicken. Dann hätten wir bis Mitte September oder Anfang Oktober 2017 gewusst, ob wir die kleine oder die große Lösung verfolgen können. Die große Lösung kann ich nur dann verfolgen, wenn man das fehlende Geld durch einen Investor herbeischafft. Das ist einmal logisch! Und diese Zeit wollte ich nutzen. In Wirklichkeit hätten wir parallel auch den Einreichplan gezeichnet und so weiter. Nach dem letzten Spieltag des Herbsts gibt es die Spielplatzverschiebung und gebaut wird erst im Frühjahr 2018. Und bis dort hätte ich noch immer Zeit gehabt, meinen Investor zu finden. Also mein Plan ist minutiös fertig. Gut! Man hat nichts Schlaueres gewusst, als den Tromayer das Projekt nicht weiterverfolgen zu lassen, was natürlich in Wirklichkeit nicht sehr schlau ist. Denn immerhin stecken da Informationen aus drei Jahren, der Aufbau von Netzwerken und Verhandlungen mit Behörden und Ämtern drinnen. Und dann den Chef auszutauschen, wenn es endlich Förderungsgelder gibt, ist das Gegenteil von schlau, sage ich einmal. Und das dann die Behörde vorsichtig wird und dann sagt: "Was ist denn da los?! Wir müssen uns das erst anschauen! Wer weiß, was da rauskommt. Und wenn etwas anderes passieren sollte, na ja, dann brauchen wir wieder Pläne und müssen wir das wieder besprechen!" Das war ja klar! Wem das nicht klar war, der ist dumm, entschuldigen Sie, richtig dumm. Die spielen sich so lange, bis das Fördergeld gestorben ist!

Interviewer: Wie darf man sich das vorstellen? Gab es nach der Pressekonferenz am 16.06.2017 ein Gespräch mit Ihnen, wo man sagte: "Herr Baumeister, wir wollen Sie nicht!" Oder negierte man Sie einfach?

Baumeister Tromayer: Man hat mich diesbezüglich einfach negiert. Es gibt Leute, die glauben, sie können alles besser. Es gibt tausend Architekten, die alle einen Plan zeichnen können. Aber du kannst nicht einfach ein Team aufbauen, das den ganzen Prozess mit der Gemeinde Wien mitgemacht hat. Da wurde ja Vertrauen aufgebaut. Wir haben ja mit der Baupolizei, mit den Chefitäten gesprochen, mit dem Magistrat, mit dem Bezirk, mit der 51er, mit dem Chef, mit dem Mailath Pokorny! Leitl´n, das ist fertig gewesen! Und nach diesen Richtlinien und nach diesen Vorgaben hätte man weiterarbeiten müssen. Wenn man glaubt, dass man das alles verändern kann, dann kann es passieren, dass ein Totalverlust passiert. Dann ist aber der Verein hin! Weil dann wird der Verein nicht mehr ernst genommen!

Interviewer: Wie nahe war man denn einer Lösung mit der Uniqa?

Baumeister Tromayer: Noch einmal: Schritt für Schritt macht man die Arbeit! Ich habe leider Gottes zwei Monate zu spät die Förderungszusage bekommen. Hätte ich die zwei Monate vorher gehabt, kann ich einmal ein Geld auszahlen für die Architekten. Die Bedingungen, unter denen ich das Geld bekomme, ist mir ja vorgegeben worden. Und dann musst du zu den Firmen gehen mit einem konkreten Plan und einer konkreten Leistungsbeschreibung von den Architekten: "Leitl´n, das will ich haben!" So, und die Gespräche mit den möglichen Investoren, ja, die hat es gegeben, na klar, interessiert sind alle. Ja, aber Leitl´n, zuerst muss das Geld freigegeben werden. Solche Konzerne machen doch keine Luftgeschäfte! Es hat Gespräche gegeben, worauf bei den Gesprächen herausgekommen ist, wir sind von Seiten von Uniqa - aber auch von Seiten anderer - interessiert. Gebt´s uns einen Plan her und schaut´s, dass ihr die Förderung kriegts! Reden wir von konkreten Zahlen! So, auf das haben wir gewartet. Jetzt haben wir die Förderung bekommen und jetzt hätten wir hingehen können: "Da ist der Plan, das wollen wir haben, das Geld kriegen wir, das brauchen wir, wie schaut es aus?" Und dazu bin ich nicht mehr gekommen!

Interviewer: Stehen Sie mit Herrn Architekt Reberspurg oder mit dem Dr. Binz noch in Kontakt?

Baumeister Tromayer: Natürlich! Die warten natürlich auch alle auf irgendwelche Entscheidungen! So wird das nicht funktionieren, dass man hinter meinem Rücken versucht, mit meinen Architekten Kontakt aufzubauen! Das geht nicht! So ein Gebäude, so ein Stadion, noch dazu wenn man es einbauen muss in einen Bestand, da gehört schon ein bisserl mehr Hirn dazu. Das muss man schon kombinieren, das Ganze! Man kann nicht drei Jahre oder zwei Jahre Planung und Vorbereitung einfach übergehen! Man hat mir ja oft vorgeworfen, ich muss die Pläne herzeigen! Den Fans, um die Pläne mit diesen abzustimmen. Das mache ich dann, wenn ich weiß, ob ich es mir leisten kann, aber nicht vorher. Wunschkonzert ist es nicht! Wir haben gewisses Geld freibekommen. Wenn ich weiß, dass selbst die kleine Lösung sechseinhalb Mille kostet, dann weiß ich, ich muss abspecken oder ich muss einen Kredit aufnehmen oder sonst etwas! Ich kann doch nicht vorher zu den Fans hingehen und sagen: "Seht´s Leitl´n, da könnt´s planen, da zeichnen wir einen Hubschrauberplatz drauf!" Und ich kann es mir dann nicht leisten. Also ich weiß schon, wann welcher Schritt zu machen ist. Zuerst muss man den ersten Schritt machen, dann den zweiten.

Interviewer: Wie knapp ist die Förderungssumme für die kleine Lösung kalkuliert? Gibt es noch einen Spielraum für die Erhöhung der Baukosten?

Baumeister Tromayer: Selbst das haben wir im Griff. So ist es ja auch nicht. Ich bin nicht Gott und weiß nicht, wenn ich da jetzt hinuntergrabe, ob da unten, keine Ahnung, ein Friedhof liegt oder eine Müllladung. Das weiß ich nicht. Selbstverständlich haben wir eine Sicherheit von 5 Prozent eingebaut. Das ist nicht viel, das ist aber ein bisserl was. Also eine Sicherheit haben wir schon drinnen. Nur, ich habe ja etwas ganz anders vor: Ich will keine detaillierte Ausschreibung machen. Das interessiert mich nicht. Ich habe einen Plan, die kleine und die große Lösung und ich gehe zu der Baufirma hin und sage für die kleine Lösung habe ich dieses Geld und für die große Lösung habe ich dieses Geld. Und dafür baust du mir jetzt laut Plan und Leistungsbeschreibung ein Stück kleines Stadion. Und das Geld kriegst du, wenn du fertig bist, keinen Euro mehr. Damit ist das erledigt. So arbeite ich. Ich habe immer aufgepasst, dass der Verein nicht in Schwierigkeiten kommt. Ich will ein Stück kleines Stadion. So soll es ausschauen und das ist die Bau- und Leistungsbeschreibung. Kannst du mir es herstellen, ja oder nein? Mehr gibt es nicht zu diskutieren. Und die große Lösung ist das Gleiche. Nur fehlt da ein Geld: "Baufirma bist du bereit, dass über einen Namenssponsor selbst aufzustellen oder suchst du selbst den Inverstor?" Keine Ahnung, ich als Verein mag dafür nicht haften, wenn zum Schluss ein Geld fehlt. Mache ich nicht! Also ich habe alles minutiös fertig. Ich habe immer aufgepasst, dass der Verein nie in Schwierigkeiten kommt. Ich habe auch für die ganzen Vorbereitungs-Arbeiten nie ein Geld verlangt oder ausbezahlt, sondern habe gesagt: "Ihr müsst´s mitarbeiten, wenn ihr wollt und erst wenn das Geld da ist, dann kriegt ihr ein Geld und zwar das, was die Förderung hergibt!" Kleines Beispiel, Rapid hat genau für diese Vorbereitungsleistungen für das Stadion - nicht vergleichbar mit unserem, aber trotzdem - zwei Millionen Euro zur Verfügung gehabt. Ich habe nicht einmal zwei Euro gehabt.


16. 06. 2021
Sören Busk - Der einzige Sport-Club-Spieler bei einer Europameisterschaft, 1. Teil: Wie er noch nicht zum WSC kam!

Der dänische Nationalspieler Sören Busk war der einzige Sport-Club-Fußballer, der an einer Europameisterschaft teilnahm. Bei ihm handelte es sich um einen besonderen Wunschspieler von Avanti-Chef Ing. Nouza. Daher holte ihn der "Ölprinz" gleich zwei Mal nach Wien. Am 17.07.1986 konnte man im Kurier lesen, dass der am 10.04.1953 geborene Vorstopper des dänischen Nationalteams mit Frau Dorith und Manager Helmut Epp in Wien eingetroffen wäre. So weit, so gut! Allerdings hatte Herr Busk vorher schon einen Vertrag bei AS Monaco unterschrieben. Sein Manager wusste jedoch von der Nichtigkeit desselben zu berichten: "Busk ist in Monaco erpresst worden, der Vertrag zählt nicht." Womit der Verteidiger von den hinterhältigen Grimaldis unter Druck gesetzt worden war, ließen Herr Epp und der Kurier offen. Man beschäftigte sich vielmehr mit formalrechtlichen Fragen: Sören Busk hätte in Monaco einen in französischer Sprache verfassten Vertrag unterschrieben, ohne dass dieser ins Dänische übersetzt worden wäre. Das widerspreche den internationalen Transferbestimmungen. Busk - so Manager Epp - habe nicht verstanden, was ihm zur Unterfertigung vorgelegt worden war.

Dann ging es natürlich um das Finanzielle. Sören Busk wollte vor allem deshalb zum WSC, weil ihm dieser einen Zweijahresvertrag anbot, während der AS Monaco dem 33jährigen Verteidiger nur die Altersversorgung für eine Saison zu garantieren bereit war. Allerdings besaß das Ganze auch noch einen wirtschaftlichen Haken. Ursprünglich - so der Kurier - hatte der Däne nur ATS 900.000,-- netto pro Jahr gewollt, jetzt sollte der Sport-Club sein Offert um ATS 320.000,-- netto pro Jahr erhöhen, weil Monaco bereit sei, "doppelt so viel" zu bezahlen. Die im Vertrag mit dem AS Monaco enthaltenen Zahlen hatte Herr Busk also offensichtlich verstanden.

Wie die Verhandlungen zwischen dem Dänen und dem WSC ausgingen? Lesen wir im Kurier vom 19.07.1986: " .. das Kapitel des dänischen Abwehrspielers Sören Busk ist wie so viele in der Transferzeit erledigt: Er verlangte Millionen - kein Interesse." Wo Herr Busk in der Saison 1986/87 spielte? Bei den Erpressern vom AS Monaco! Deren höheres Anbot hatte ihn dazu genötigt.

Statt Herrn Busk kam der am 12.11.1957 geborene Belgier Walter de Greef als neuer Innenverteidiger und angeblicher belgischer „Klassespieler“ vom RSC Anderlecht nach Dornbach. Im Frühjahr 1986 war er noch im Viertelfinale des Europapokals der Meister beim 2:1-Auswärtssieg Anderlechts gegen Bayern München zum Einsatz gekommen. Bei seiner Ankunft in Wien teilte Herr de Greef mit, dass er in Brüssel an Problemen mit Trainer Arie Haan gescheitert wäre. Daraus habe er die Konsequenzen gezogen: "Ich wollte ins Ausland. Ein deutscher Spitzenklub, Schweiz oder Österreich dachte ich mir!" De Greefs Ziele? "Sportclub soll ein Spitzenklub werden, ich will ins belgische Team zurück. Der Streit mit Haan kostete mich einen Platz im WM-Aufgebot für Mexiko!" Wiederum so weit, so gut! Allerdings geriet de Greef auch bald mit Trainer Skocik in Konflikt, bestritt er schließlich nur 24 Meisterschaftsspiele für den Sport-Club und war seine Verpflichtung eine einzige Enttäuschung. Er wechselte im Sommer 1987 zu Lokeren.

Wer ersetzte Walter de Greef beim WSC? Natürlich der mittlerweile 34jährige Sören Busk, dem es endlich gelungen war, sich aus den Fängen der monegassischen Erpresserbande zu befreien ..............

Fortsetzung folgt!


15. 06. 2021
Nicht träumen, sondern genieren!

Das "K-Team" brachte am 11.06.2021 "zur EM" eine Online-Ausgabe seiner Stadionzeitung "Alszeilen" heraus. Chefredakteur Orou leitet die Schrift mit folgenden Zeilen ein: "Liebe Leser*innen, .... im Lockdown hatten wir viel Zeit zum Träumen. Wir träumten von Politiker*innen, die ..... in Interviews Fehler zugeben und uns nicht mit elendslangen und dämlichen Erklärungen für blöd verkaufen."

Für wie "dämlich" und "blöd" hält Herr Orou eigentlich seine "lieben Leser*innen", wenn er einerseits solche Vorwürfe gegen Politiker erhebt, selbst aber für die aktuelle Nummer einer "Stadionzeitung" verantwortlich ist, in der im Zusammenhang mit der Verzögerung des Neubaus der Haupttribüne des Dornbacher Stadions nicht nur keine Fehler zugegeben werden, sondern dieses Projekt - das unbestritten wichtigste Vorhaben des "Fußball in Hernals" überhaupt - mit keinem einzigen Wort erwähnt wird. Das völlige Totschweigen dieses zentralen, wenngleich peinlichen Themas und die damit verbundene bewusste Missachtung der Interessen der eigenen Leser stellen im Ergebnis einen nicht bestandenen journalistischen Charaktertest dar. Davon sollte man nicht träumen, dafür sollte man sich genieren .........


15. 06. 2021
Die spektakulärsten Spiele des Wiener Sport-Club, die nicht 7:0 endeten! Heute: Als die Zuschauer "Schiebung" riefen!





Über das 5:2 des Wiener Sport-Club gegen Meister Rapid am 20.05.1967 im Wiener Stadion berichtete der Kurier: "Der Sportklub legte den Grundstein zu dem sensationellen Erfolg mit einem gekonnten Direktspiel, gegen das die Rapid-Abwehr einfach keinen Rat wusste. Die Fußballherzen schlugen bei den technisch großartigen Aktionen von Knoll, Hof I, Markovic und Rafreider höher. Erich Hof begeisterte wie in alten Zeiten! Hätte der Sportklub alle Chancen genützt, wären die Grün-Weißen gestern im Wiener Stadion an einem einmaligen Debakel kaum vorbeigekommen. Sportklub führte bereits 5:1, als Seitl noch eine Verschönerung des Resultats gelang. Zu diesem Zeitpunkt waren die Dornbacher so überlegen, dass einige Zuschauer „Schiebung“ riefen, als der Sportklub keine Tore mehr erzielte. Dabei wollten die Dornbacher gestern die Hütteldorfer gewiss nicht schonen, sie hatten aber mit dem Ergebnis schon genug und begnügten sich damit, die Rapidler zeitweise lächerlich zu machen.“

Der Wiener Sport-Club spielte wie folgt: Brkljacic; Linhart, Webora, Pingitzer; Schmidt, Hof II, Knoll, Markovic, Hof I, Hörmayer, Rafreider.
Zuseher: 45.000
Die Tore erzielten: Hof I (67., 77.), Knoll (22., 29.), Hörmayer (81.); Flögel (4.), Seitl (86.)


14. 06. 2021
Als sich der Herr "Inschenör" irrte!

Kinder, wie die Zeit vergeht! Es ist schon wieder 13 Jahre her, dass in Österreich und in der Schweiz eine Europameisterschaft stattfand, die außer den Herren Mauhart und Palme kaum jemand als bedeutendes Ereignis empfand. Gleichzeitig wechselte Herr Ing. Dvoracek samt Sohn und der damals von ihm geführten Firma als Sponsor vom "K-Team" zur Vienna. Im "Fußball in Hernals" brachen die "Alle zsammen biaschteln wir, Udo ein Leben lang mit dir!"-Jahre an.

Ing. Dvoracek war - was die Kommunikation betrifft - der Donald Trump unter den bisher fünf Präsidenten des "K-Teams". Er publizierte zwar nicht auf Twitter, dafür aber mit Vorliebe im damals noch aktiven Internet-Forum des "Fußball in Hernals". Sein wesentlichster Adressat war dabei der Wiener Sport-Club, der ihm die Aufnahme als Mitglied verweigert hatte. So teilte er im April 2008 der Weltöffentlichkeit unter dem Titel "Vorstand vom WSC sagt SCHEISS EM 08“ ohne Beistriche, aber mit viel Leidenschaft das Folgende mit: „Der Vorstand des WSC ist einer der auf Flugzetteln und Plakaten gegen die EM 08 in unseren Lande vorgeht. Die Überschrift „Scheiss EM 08“. Die Leute hinter dem derzeitigen WSC sind abzulehnen und meiner Meinung auch der gesamte Verein. Damit hat der WSC den letzten Anstand verloren. Ein Verein der nur durch den Fußball groß geworden ist der immer wieder seine Erfolge im Fußball hochleben lässt und der fast immer über seine Verhältnissen gelebt und gespielt hatte sollte meiner Meinung ganz leise sein. Es ist eine Schande gegenüber der Stadt Wien und den Fußballverband dem man sich entziehen muss.“

Herr Ing. Dvoracek entzog sich aber nicht nur den „Europameisterschaftsverrätern“ im Wiener Sport-Club, sondern auch seinem eigenen "K-Team". Dabei vergaß er nicht, auf die Einzigartigkeit seiner Hinterlassenschaft im "Fußball in Hernals" zu verweisen: „Das Erreichte in den letzten Jahren für den WSK war beispiellos und wird in den nächsten Jahren auch nicht mehr möglich sein." Hier irrte sich der Herr "Inschenör": Das "K-Team" übertrifft sich bis heute immer wieder selbst .......


14. 06. 2021
Die spektakulärsten Spiele des Wiener Sport-Club, die nicht 7:0 endeten! Heute: Als der Sport-Club mit der Vororte-Linie Rapid überrollte!





Rapid war 1911 nur als Außenseiter in den damals erstmals ausgetragenen Meisterschaftsbewerb gegangen. Die junge Mannschaft um Brandstetter, Kuthan & Co. überraschte jedoch alle, besiegte auch zweimal den Wiener Sport-Club und fing diesen mit einem Erfolg im letzten Meisterschaftsspiel noch ab. Ein Mitglied dieser großen, aber bereits alternden Sport-Club-Elf war Prof. Willy Schmieger gewesen, der im Jänner 1922 als nunmehriger Sektionsleiter des WSC noch einigen jener Rapid-Spieler gegenüber stand, die 1912 vor dem Sport-Club den ersten Meistertitel errungen hatten. Rapid war bis einschließlich 1921 in zehn Saisonen sieben Mal Meister geworden und musste dabei in insgesamt 183 Meisterschaftsspielen nur 23 Niederlagen hinnehmen, die höchste davon mit bloß 2:5 gegen den WAC am 31.10.1915.




Oben: Rapid-Tormann Pauler wehrt vor Hans und Edi Kanhäuser ab.


Der Sport-Club kam am 08.01.1922 als Tabellenführer zum Auswärtsspiel gegen Rapid, das aufgrund der wegen des Überfalls auf einen Schiedsrichter verhängten Sperre der Pfarrwiese auf den ebenfalls in Hütteldorf gelegenen WAF-Platz ausweichen musste. Noch war man sich in der Fußballöffentlichkeit nicht sicher, ob der WSC in dieser Saison wirklich als ernsthafter Titelanwärter zu gelten hatte. Diese Begegnung mit Rapid im Jänner 1922 sollte die Antwort darauf geben.




Oben: Powolny erhöht durch scharfen Schuss auf 4:0 für den Wiener Sport-Club.


Die Anreise zum Spiel gestaltete sich nicht ohne Hindernisse. Der größte Teil der Sport-Club-Spieler reiste mit jenem Zug der Vororte-Linie zum Match, der um 13.15 Uhr in Hütteldorf eintreffen sollte. Schon in Gersthof waren die Waggons voll besetzt gewesen, in Hernals stürmte die wartende Menge den Zug, besetzte sie Plattformen und Trittbretter. Besonders Verwegene suchten ihren Platz sogar auf den Dächern der Wagen. Es dauerte fast eine Viertelstunde, bis die Überzähligen vom Zug wieder entfernt waren und die Reise fortgesetzt werden konnte. In den Stationen Ottakring und Breitensee wiederholte sich das gleiche Schauspiel. Inzwischen war der Zug bereits erheblich verspätet. Die Passagiere, mehrheitlich Sport-Club-Anhänger, rechneten sich aus, dass die mitreisenden WSC-Spieler kaum mehr rechtzeitig zum angesetzten Spielbeginn um 14.20 Uhr am WAF-Platz eintreffen würden. Eifrige Anhänger bildeten daher eine Art Schutztruppe, die alle Überzähligen selbständig von den Trittbrettern entfernte. Mit der „Uhr in der Hand“ wurde die Fahrt fortgesetzt. Beruhigend wirkte es dabei, dass sich auch der Schiedsrichter der Partie, Herr Retschury, im Zug befand. Kurz vor dem angesetzten Spielbeginn traf man dann in Hütteldorf ein. Die Sport-Club-Spieler kürzten den Weg zum Platz durch Sprung über die Bahnhofsumzäunung ab und liefen schließlich rechtzeitig aufs schneebedeckte Feld. Das Match konnte beginnen.




Oben: Rapids Uridil schießt auf das Sport-Club-Tor und trifft es glücklicherweise nicht.


In der 4. Minute überspielte Karl Kanhäuser als Solist die Rapid-Verteidigung, schoss, Rapid-Tormann Pauler wehrte zu kurz ab, Zankl erzielte per Nachschuß das 1:0 für den Sport-Club. In der 12. Minute traf Karl Kanhäuser den Torpfosten, Linksaußen Giebisch nahm den Abpraller an und verwertete ihn zum 2:0. In der 18. Minute ließ Pauler einen Freistoß von Mittelläufer Lowak zum 3:0 für den WSC passieren. Schon in der 29. Minute stellte Powolny mit einem Gewaltschuß auf 4:0. Damit ging es in die Pause. In der zweiten Spielhälfte drängte vorerst der SK Rapid auf seinen ersten Treffer. Dann ging der WSC wieder in die Offensive. Nach einem Corner kam der Ball im Getümmel zu Hans Kanhäuser, der aus kurzer Distanz auf 5:0 erhöhte. Erst in der 86. Minute gelang Uridil schließlich doch noch der Ehrentreffer für die Hütteldorfer zum Endstand von 1:5. Das Sport-Tagblatt schilderte die Momente nach dem Schlusspfiff wie folgt: „Den Siegern werden lärmende Ovationen bereitet, einige von ihnen auf den Schultern zur Kabine getragen. Viele der Zuschauer verweilen noch längere Zeit auf dem Platz; sie können sich noch immer nicht von dem Eindrucke losmachen, den dieser große Sieg der Dornbacher und die fast dramatische Niederlage des Altmeisters ausgelöst hat. Erscheint doch nun endgültig die alte Orndung umgestoßen. Von Hütteldorf ist die Hegemonie wenigstens für den Augenblick auf Dornbach übergegangen, seit langer Zeit hat die Rangordnung keine solche Umwälzung erfahren ...“


13. 06. 2021
James

1940 war der spätere Vienna-Präsident Franz Antel Co-Produzent der Hans Moser-Komödie "Meine Tochter lebt in Wien". Der Film beruht auf der Drehbuch-Idee, dass ein von Moser gespielter Provinz-Greißler auf Grund eines ihm von seiner Tochter aus Wien gesandten Fotos irrtümlich davon ausgeht, dass diese den Inhaber der darauf abgebildeten prächtigen Villa geheiratet habe. Tatsächlich ist ihr Ehemann aber der Chauffeur und sie selbst das Dienstmädchen des Hauseigentümers. Moser reist hocherfreut über die vermeintlich "glänzende Partie" seiner Tochter nach Wien. Damit nehmen die zahlreichen Verwechslungen erst ihren Anfang ..........

Laut der Homepage der in den unteren Spielklassen offenbar vornehm gewordenen Vienna "erinnert" ihr am 19.06.2021 zu eröffnendes Vereins-Museum "an einen englischen Country-Club, was mit den Ursprüngen der Vienna zu tun" habe: "Österreichs ältester Fußballverein wurde 1894 von Briten ins Leben gerufen." Diese Briten waren bekanntlich Gärtner und verhält es sich daher mit ihnen und den exklusiven englischen Country-Clubs - dem Ort der Entspannung der "upper class" - so wie mit Mosers Tochter und der Villa auf besagtem Foto: Sie gehören nicht zueinander.

Wahrscheinlich spielt demnächst im Mittelfeld der Döblinger Snobs ein original englischer Butler, dem von der Hohen Warte der High Society im Vienna-Country Club zugerufen wird: "James, servieren Sie unserem Mittelstürmer den Ball ........"


13. 06. 2021
Beim ersten Training!

Die Geschichte von Miroslav Vukasinovic erinnert ein wenig an Frenkie Schinkels, einem anderen "Frühverletzten" der Sport-Club-Geschichte. Laut seiner Biographie "Die nackte Wahrheit" verschwieg er bei seinem Wechsel zum WSC im Sommer 1986 eine Knieverletzung, die er sich kurz vorher bei einem Jux-Match in den Niederlanden zugefügt hatte: "Bis zum ersten Training. Da wurde ich zum Schauspieler. Nach einem halbherzigen Schuss fiel ich schreiend zu Boden und griff mir ans Knie. "Das ist sicher der Meniskus", presste ich hervor. Die Mitspieler waren entsetzt, litten mit mir. "Wahnsinn, so ein Pech gleich beim ersten Training!" ........."


13. 06. 2021
In Rekordzeit!





Ob die Verpflichtung eines Spielers durch den Wiener Sport-Club ein Fehler war oder nicht, mag in manchen Fällen strittig sein. Das gilt nicht für den Fall des Miroslav Vukasinovic.








Der am 29.08.1948 geborene Vukasinovic entsprach dem Klischee eines jugoslawischen Offensiv-Künstlers der späten 70er- und frühen 80er-Jahre: Lange pechschwarze Haare, trickreich und mit allen Wassern gewaschen! Der Stürmer war 1977 von Vojvodina zum LASK gewechselt und hatte für die Linzer teils in der obersten, teils in der 2. Spielklasse bis zum Ende der Saison 1980/81 in 100 Meisterschaftsspielen 25 Tore geschossen. Dann - in die Jahre gekommen, verletzungsanfällig und angeblich nicht besonders einsatzfreudig - kam er beim LASK nicht mehr zum Einsatz. Seine Arbeitssuche, unter anderem in England, führte ihn schließlich nach Dornbach, wo der in Abstiegsgefahr befindliche WSC im Jänner 1982 dringend nach Verstärkungen suchte. Man ließ Vukasinovic durch Leistungsdiagnostiker Heinz Holdhaus im Universitätssportzentrum auf der Schmelz auf "Herz und Nieren" untersuchen. Holdhaus bestätigte dem Spieler ausgezeichnete körperliche Werte und keine Folgeerscheinungen früherer Verletzungen.

Der Sport-Club verpflichtete Miroslav Vukasinovic daraufhin um eine Ablösesumme von ATS 150.000 und setzte ihn erstmals beim Testspiel gegen Raba ETO Györ am 07.02.1982 in Dornbach ein. Nach fünf Minuten war alles vorbei! Vukasinovic verließ mit einer Seitenbandverletzung das Feld und spielte nie mehr wieder in der Kampfmannschaft des WSC. Sein Ersatzmann Roscher schoss am 07.02.1982 die beiden Treffer zum 2:2 gegen Raba ETO Györ. Vukasinovic aber nahm seinen Abschied als Spieler. Wo und wann die Fußballer-Karriere von Miroslav Vukasinovic auch immer begonnen haben mag, in Dornbach endete sie jedenfalls in Rekordzeit ...


12. 06. 2021
Die spektakulärsten Spiele des Wiener Sport-Club, die nicht 7:0 endeten! Heute: Vor hundert Jahren zum ersten Mal 7 Tore gegen eine italienische Mannschaft!




Oben: Diesen Wimpel übergab der WSC am 10.09.1921 dem FC Bologna.


Im September 1921 kam der italienische Spitzenverein FC Bologna nach Dornbach, mit ihm sein Trainer, Sport-Club-Mitglied Dr. Hermann Felsner. Entgegen der nach wie vor im Internet zu findenden gegenteiligen Behauptung spielte Felsner niemals Leistungsfußball, schon gar nicht für den WSC. Umso erfolgreicher war der Wiener als Trainer. Unter anderem gewann er mit dem FC Bologna vier Mal den italienischen Meistertitel.





In einem in der Zeitung "Il Littoriale" vom 10.04.1935 über Dr. Felsner erschienenen Artikel heißt es: "Felsner ist Wiener und am 1. April 1889 geboren. Er verfügt über zwei Eigenschaften, die für Fußballtrainer jeder Nationalität unüblich sind. Einerseits schloss er in Wien das Studium der Rechtswissenschaften ab, andererseits spielte er niemals Fußball. Daraus sieht man, dass eine absolvierte Ausbildung völlig nutzlos sein kann, genauso wie man nicht alles selbst getan haben muss, was man andere lehrt, zu tun. Die Intelligenz ist der Stab, mit dessen Hilfe der Lahme Hindernisse überwindet. Ab 1914 diente Hermann Felsner seinem Land. Nach dem Krieg kam er am 30.10.1920 mit einem durchaus guten Ruf als Sportjournalist und als profunder Kenner der Werte und des Wesentlichen des Fußballs nach Italien, nach Bologna und übernahm sofort die Zügel." Laut anderer zeitgenössischer italienischer Quelle suchte Bologna 1920 auf Grund des damaligen Rufs des Wiener Fußballs für seine erste Mannschaft einen Trainer aus dieser Stadt: "Der Präsident von Bologna, Medica Caesar, schaltete in einer beliebten Wiener Zeitung im Anzeigenteil ein Inserat. Dann wurde Arrigo Grado nach Wien geschickt. Seine Wahl fiel auf Felsner: Studium an der juridischen Fakultät, Turnlehrer, außerdem hatte er in dem Sport, den er liebte, in dem er sich etablieren und auf den er sich spezialisieren wollte, zwei Kurse in Großbritannien besucht. Ein Mann von starker Persönlichkeit, sehr zuversichtlich .... ." Die Vereinsleitung soll sich im Oktober 1920 sehr gewundert haben, als Dr. Felsner mit Monokel, Kniebundhose und Melone am Bahnhof im Bologna ankam.




Oben: Diese Plakette schenkte der FC Bologna dem WSC vor 100 Jahren.


Die enge Bindung zwischen Dr. Felsner und dem WSC führte dazu, dass die italienische Reisegesellschaft im Vereinshaus des Sport-Club in der Rötzergasse übernachten durfte. Weiter ging die Gastfreundschaft aber nicht. Am 10.09.1921 zeigte der WSC "hochklassiges Angriffspiel", dem die Italiener laut Presse "machtlos", ja "fassungslos" gegenüber standen. Rechtsverbinder Hergeth schoss bereits in der 7. und 16. Spielminute zwei Prachttore. Karl Kanhäuser erhöhte nach "meisterhafter Angriffsaktion" durch den schönsten Treffer der Partie auf 3:0, bevor einem Italiener mit dem Namen Della Balle noch vor der Pause der Anschlusstreffer zum 1:3 gelang. In der zweiten Hälfte stellten wieder Hergeth und Karl Kanhäuser (2) auf 6:1. Nachdem Bologna durch ein weiteres von Della Balle erzieltes Tor auf 2:6 aufgeholt hatte, war der rechte Back der Italiener, Zecchi, durch ein Eigentor für den Endstand von 7:2 verantwortlich. Dieses Ergebnis wies den Weg zum Meistertitel des WSC in der Saison 1921/22 und zu einem noch deutlicheren Resultat gegen eine andere italienische Mannschaft, das aber 37 Jahre auf sich warten lassen sollte .........


11. 06. 2021
Die "Leichen im Keller"

Dem Vernehmen nach übermittelte das "K-Team" nunmehr der MA 51 einen Vorschlag über die Anpassung des Dornbacher Stadion-Projekts, der vor allem Einsparungen im Kellerbereich der neu zu errichtenden Haupttribüne vorsieht. Diese Variante übersieht einen wichtigen Punkt: Wo bleiben dann die im "Fußball in Hernals" vorhandenen sprichwörtlichen "Leichen im Keller", wenn ihre Heimstätte nicht gebaut wird? Vielleicht müssen sie auf "Leichen in der Kantine" umschulen .....


11. 06. 2021
Skandalöse Zustände




In der Ausgabe Nr. 12 des Fanzines "schwarz auf weiß" schrieb eine anonyme "FreundIn" unter dem Titel "ZEILEN EINER SPORTCLUBFANFRAU" folgenden Tatsachenbericht über ihr Leben auf der "Friedhofstribüne": "Während mein Mann völlig enthemmt neben mir Dinge wie "Spuuhrtcluhub", "Abseits", "Schwarze Sau" - seitdem ich bei unserem Anhang einen Afrikaner gesehen habe, finde ich, sollte man besser andere Merkmale zur Kritik heranziehen, z.B. "blöde Pfeife" - .. schreit, und für die Probleme des Alltags wie Großmutters Namenstag oder eine vergessene Pille überhaupt nicht ansprechbar ist, lassen mich die" Fußballer "ziemlich kalt, abgesehen davon, dass, wenn ich mir gerade einen Namen gemerkt habe, der Spieler beim nächsten Mal meist nicht mehr da ist und ich es deshalb aufgebe."

Was soll man dazu sagen? Vielleicht stammte der von der Dame durch Augenschein als "Afrikaner" identifizierte Herr gar nicht aus Afrika, sondern aus den USA, England, Favoriten oder sonst wo immer her? Und überhaupt: Der Ruf "Schwarze Sau!" auf der Friedhofstribüne?! Aber vor allem: Wieso entsprach die anonyme "Freundin" dem sexistischen Klischee, dass sich Frauen nicht für Fußball interessieren? Lesen wir weiter, vielleicht klärte die Dame wenigstens diesen letzten Punkt als Missverständnis auf. Ah ja, da steht es: "Warum gehe ich dann überhaupt mit? Na, wenn es da nicht die feschen Männer gäbe!"

Am seligen Stehplatz an der "Kainzgasse" war zu Zeiten des Wiener Sport-Club alles ganz anders. Da hieß der Referee "Herr Schiedsrichter", schrie niemand "Schwarze Sau!", dachte während des Spiels keiner an seine Großmutter oder an sexuelle Verhütung und interessierte man sich für das Fußballmatch sowie dessen Ergebnis, aber nicht für die optischen Vorzüge der an der Partie Teilnehmenden! Vielleicht wurde die Tribüne an der Kainzgasse gerade wegen dieser skandalösen Zustände abgerissen ...


11. 06. 2021
Die spektakulärsten Spiele des Wiener Sport-Club, die nicht 7:0 endeten! Heute: Der Kaipel-Krimi am Tatort Graz!




Oben: Der Tabellenstand vor dem Wiederholungsspiel des WSC gegen den GAK am 04.06.1992





Vor der alles entscheidenden 14. und letzten Runde des Mittleren Play-Offs der Frühjahrssaison 1992 steht der WSC mit einem Punkt Vorsprung auf die Tabellenfünfte, die Vienna, auf jenem 4. Rang, der gerade noch für den Aufstieg in die oberste Spielklasse reichen würde. Am 03.06.1992 schlägt die Vienna auf der Hohen Warte den Tabellenersten Sturm sensationell mit 2:1. Das zur gleichen Zeit stattfindende Spiel des WSC gegen den GAK in Graz wird dagegen wegen eines Wolkenbruchs zur Pause beim Stand von 1:1 abgebrochen. Der Sport-Club fällt dadurch auf den 6. Tabellenplatz zurück und benötigt am nächsten Tag im Wiederholungsspiel gegen den GAK ein Unentschieden, um die Vienna sowie Donawitz zu überholen und die Döblinger vom 4. Rang zu verdrängen. Am 04.06.1992 sollte sich über Graz ein fußballerisches Gewitter entladen!





12. Minute, Tor für den GAK: 1:0 - Vladimir trifft mit einem von der Sport-Club-Mauer abgefälschten Freistoß die Unterkante der Querlatte. Von dort springt der Ball für Paluch unhaltbar ins Tor.

22.Minute, Tor für den WSC: 1:1 - Hochmaier wird am rechten Flügel an der Seitenlinie gefoult. Spirk flankt den Freistoß zur linken Ecke des kleinen Strafraums. Dort steigt Hochmaier in die Höhe und versenkt den Ball per Kopf im langen rechten Eck des GAK-Tors.





43. Minute, Tor für den GAK: 2:1 - Die Sport-Club-Verteidigung wehrt einen Eckball der Grazer nur kurz ab. 20 Meter vor dem WSC-Gehäuse übernimmt GAK-Spieler Pech volley und trifft den Ball mit herrlichem Schuss in die linke untere Ecke.

72. Minute, Tor für den GAK: 3:1 - Guggi flankt von links in den Lauf von Dampfhofer, der aus sieben Metern per Kopf den dritten Treffer der Grazer erzielt.





73. Minute, Ausschluss gegen den WSC: Hochmaier wird wegen Kritik am Schiedsrichter nach nicht gegebenem Foul an Sport-Club-Stürmer Pastor im GAK-Strafraum mit gelb-roter Karte des Platzes verwiesen. Der WSC muss seinen Rückstand nunmehr in Unterzahl aufholen.

77. Minute, Tor für den GAK: 4:1 - Glieder erläuft einen in den freien Raum gespielten Pass und trifft von links flach in das rechte Eck des Sport-Club-Tors. Alles scheint verloren.





80. Minute, Tor für den WSC: 4:2 - Zirngast tritt einen Eckball von rechts. Ein GAK-Spieler wehrt mit dem Kopf ab. Der Ball kommt zu Spirk, dieser leitet das Leder im Fallen zu Janeschitz weiter. Der Sport-Club-Mittelstürmer hebt den Ball aus der Drehung von der Strafraumgrenze mit Instinkt und Gefühl volley über GAK-Keeper Goriupp. Das Ball senkt sich unter die Latte zum zweiten Treffer des WSC. Aber noch immer fehlen zwei Tore zum Aufstieg!

84. Minute, Tor für den WSC: 4:3 - Zirngast wird 25 Meter vor dem GAK-Tor gefoult. Kartalija schießt und trifft ins rechte Kreuzeck. Jetzt noch ein Treffer!





90. Minute, Tor für den WSC: 4:4 - Der Sport-Club schlägt den Ball aus der eigenen Hälfte hoch vor das GAK-Tor. Die Grazer wehren ab, das Leder kommt zu Spirk, Spirk sieht Kicher am rechten Flügel, Kircher bekommt den Ball, läuft einige Schritte Richtung Toroutlinie und spielt das Leder dann flach in den kleinen Strafraum. Dort wartet mit Thomas Janeschitz der richtige Stürmer am richtigen Ort und erreicht den Ball zwischen zwei GAK-Verteidigern zuerst. Mit dem Innenrist des linken Fußes lenkt er den Ball an Goriupp vorbei ins linke Eck des GAK-Tors! Tooooooor, Tooooooor, Toooooor, Ausgleich, 4:4, der Sport-Club ist noch einmal in die oberste Spielklasse aufgestiegen .....





Herr Kaipel steht beim Fernsehinterview unmittelbar nach Spielschluss geradezu unter Schock. Kopfschüttelnd erklärt er: "Das, glaube ich, kann man nicht beschreiben, wenn ich ehrlich bin. Ich bin momentan fertig, weil so etwas habe ich im Fußball noch nicht erlebt. Ich war bei Rapid auf der Bank, als wir in Manchester gegen Celtic 1:0 gewonnen haben, zu Hause, als wir gegen Dresden einen 3:0-Rückstand aufgeholt haben, aber was ich heute erlebt habe, wenn man es nicht sieht, kann man es nicht glauben." Und so war es ...


10. 06. 2021
Weniger ist mehr

Nachdem die Sanierung des Dornbacher Stadions durch den Abriss des Stehplatzes an der Kainzgasse sowie das Ausbleiben sonstiger baulicher Aktivitäten fast abgeschlossen scheint und die Anlage wenigstens im Dunklen immer mehr so aussieht wie auf den diversen Fotomontagen von Herrn Architekt Wimmer, stellt sich die Frage nach dem neuen Namen der generalrenovierten Sportstätte.

Nahe liegen Bezeichnungen wie "Raml-Stadion", "Palme-Dom" oder "Orner-Arena". Solche Namensgebungen ließen sich bei Führungen leicht erklären: "Diesen Herren haben wir das alles zu verdanken!" Aus Verbundenheit zur mit dem "K-Team" befreundeten Vienna und in Erinnerung an den Planer des Umbaus käme auch "Wimmer-Warte" in Frage. "Warte" ließe sich dabei sowohl von "Hoher Warte" als auch von "Warten" auf den Baubeginn ableiten. Ein Wunder darf man den verantwortlichen Herren aber nicht absprechen: Als die Anlage noch vier Tribünen umfasste, war sie ein schlichter "Platz", heute gilt sie - mit nur mehr drei Tribünen - als "Stadion". Weniger ist manchmal wirklich mehr ......


10. 06. 2021
Die spektakulärsten Spiele des Wiener Sport-Club, die nicht 7:0 endeten! Heute: 7 gegen 11 und 11 gegen 7!





Die Fotos oben und unten zeigen friedliche Szenen aus dem Spiel des WSC gegen die Auswahl des Österreichischen Bundesheers am 09.08.1958 auf dem Red Star-Platz. Der die roten Dressen des späteren Juventus-Abends tragende Sport-Club besiegte die bewaffnete Macht mit 3:1. Das knappe Resultat war nicht nur auf die Stärke des Gegners, sondern auch darauf zurückzuführen, dass gleich vier Sport-Club-Spieler von Schiedsrichter Wühl den vorzeitigen Marschbefehl in die Kabine erhielten:

- In der 72. Minute die Herren Barschandt und Hamerl wegen angeblicher Schiedsrichterbeleidigung,

- in der 75. Minute Herr Hasenkopf wegen angeblichen Fouls und

- in der 78. Minute Herr Szanwald wegen angeblicher Schiedsrichterbeleidigung.





Der sogenannte Unparteiische - wahrscheinlich ein Vizeleutnant auf verdeckter Mission - konnte nur durch Tarnen und Täuschen sowie vor allem Polizeischutz den Red Star-Platz verlassen. Die Tore für den Sport-Club schossen Knoll (2) bzw. Hof aus einem Elfer. Wer nach dem Ausschluss von Szanwald - ein Austausch war 1958 noch nicht erlaubt - ins Tor des WSC ging? Der Panther aus dem Eissalon, Erich Hof!




Oben: Die Sport-Club-Torschützen des Spiels gegen das Bundesheer, Hof und Knoll, im Sommer 1958 bei der Gelati-Produktion!

Über Szanwald und Barschandt wurden unbedingte Sperren von vier bzw. zwei Pflichtspielen, über Hasenkopf und Hamerl bedingte Sperren von jeweils zwei Pflichtspielen bei einer Bewährungsfrist von sechs Monaten verhängt.

Das Gegenstück zum Spiel am 09.08.1958 fand am 21.09.1997 in Dornbach statt. Der Sport-Club traf in der Regionalliga Ost auf Neuberg und führte zur Pause durch Treffer der Herren Misimovic (5.), Kayhan (8.), Jessenitschig (25.), Halwachs (36.) und nochmals Jessenitschnig (43.) bereits mit 5:0! Darauf folgte eine absurde zweite Hälfte:

- In der 63. Minute erhielt das Neuberger Brüderpaar Sancho und Heimo Jani in brüderlicher Eintracht wegen Schiedsrichter-Kritik die gelb-rote Karte.

- In der 72. Minute wurde der Neuberger Ringhofer wegen Fouls, in der 82. Minute Boros, der Tormann der Burgenländer, wegen "Torraubes" des Feldes verwiesen. Neuberg hatte sein Austauschkontingent auf Grund des Spielverlaufs bereits in der 36. Minute ausgeschöpft, sodass für die letzten Minuten ein Feldspieler zwischen die Pfosten musste.

Trotzdem gelang dem Sport-Club selbst in Überzahl von 11:7 kein weiterer Treffer mehr. Der WSC verzweifelte an seiner numerischen Überlegenheit mehr als der Gegner an seiner Unterlegenheit. Die Partie endete 5:0. Glücklicherweise waren wenigstens in der ersten Hälfte noch 11 Neuberger auf dem Feld gewesen, sonst hätten die Burgenländer das Match vielleicht sogar gewonnen ..................


08. 06. 2021
Die spektakulärsten Spiele des Wiener Sport-Club, die nicht 7:0 endeten! Heute: Viermal die Sechs!





Am 09.11.1930 trat der Wiener Sport-Club in der Meisterschaft gegen Wacker an. Der WSC ging durch ein Kopftor von Spona in der 6. Minute mit 1:0 in Führung, der selbe Spieler erhöhte in der 18. Minute aus einem Elfmeter auf 2:0, Kaplan erzielte in der 21. Minute einen Freistoßtreffer zum 3:0. Als Hanel in der 24. Minute mittels Rückzieher das 4:0 für den Sport-Club gelang, schien es ein wunderschöner Sonntag zu werden. Dann aber geschah das Unerwartete: Der Meidlinger Horvath verkürzte noch vor der Pause auf 1:4, Walzhofer holte in der 50. bzw. 62. Minute zwei weitere Treffer für Wacker auf und in der 66. Minute glich Widner vor den Augen der verzweifelten Sport-Club-Anhänger zum 4:4-Gleichstand aus. Noch einmal schien sich das Blatt zu wenden, führte der WSC ab der 75. Minute durch den zweiten Treffer von Hanel mit 5:4, aber Kampfgeist und Spielverlauf waren an diesem Tag auf Seiten der Meidlinger. Sie trafen in der 78. Minute durch Pranz zum 5:5 und in der 85. Minute - nach Fehler von WSC-Tormann Reisig - sogar zum 6:5. Niemals vorher oder nachher verlor der Sport-Club ein Pflichtspiel, nachdem er bereits mit vier Toren Vorsprung in Führung gelegen war.





In der der selben Meisterschaftssaison 1930/31 begegneten sich Wacker und Sport-Club noch ein weiteres Mal in Dornbach. Die Meidlinger verzichteten am 30.05.1931 zu Gunsten einer Doppelveranstaltung auf ihr Platzrecht und traten wieder am Platz des WSC an. Neuerlich schoss der Sieger sechs Tore, wieder gewann die Auswärtsmannschaft, diesmal aber der Sport-Club als Gast auf der eigenen Anlage. Dreimal ging Wacker in Führung, dreimal glich der WSC aus und behielt letztlich sogar mit drei Toren Vorsprung die Oberhand:

09. Minute, Tor für Wacker, 1:0 durch Pranz
25. Minute, Tor für Sport-Club, 1:1 durch Hanel
33. Minute, Tor für Wacker, 2:1 durch Pranz
40. Minute, Tor für Sport-Club, 2:2 durch Gelbenegger
46. Minute, Tor für Wacker, 3:2 durch Walzhofer
56. Minute, Tor für Sport-Club, 3:3 durch Kellinger
65. Minute, Tor für Sport-Club, 3:4 durch Kellinger
81. Minute, Tor für Sport-Club, 3:5 durch Gelbenegger
83. Minute, Tor für Sport-Club, 3:6 durch Pevny aus einem Strafstoß





Man trifft sich im Leben bekanntlich zwei .., nein - sagen wir - drei Mal, im Falle von Sport-Club und Wacker kam nach dem 09.11.1930 sowie dem 30.05.1931 der 29.09.1940, der Tag der Begegnung der beiden Vereine im Achtel-Finale des Deutschen Pokals in Meidling. Von den 22 Spielern des 09.11.1930 war 10 Jahre später nur mehr der Sport-Club-Verteidiger Purz wieder mit dabei. Die Torfolge des Spiels möge die Geschichte der späten zweiten Revanche erzählen:

05. Minute, Tor für Wacker, 0:1 durch Kucharski
13. Minute, Tor für Wacker, 0:2 durch Kucharski
29. Minute, Tor für Wacker, 0:3 durch Reitermaier
43. Minute, Tor für Sport-Club, 1:3 durch Epp
48. Minute, Tor für Wacker, 1:4 durch Zischek
54. Minute, Tor für Sport-Club, 2:4 durch Geiter
68. Minute, Tor für Sport-Club, 3:4 durch Epp
83. Minute, Tor für Sport-Club, 4:4 durch Jelinek
87. Minute, Tor für Wacker, 4:5 durch Brnek aus einem Strafstoß
89. Minute, Tor für Sport-Club, 5:5 durch Epp
99. Minute, Tor für Sport-Club, 6:5 durch Jelinek in der Verlängerung

In dieser Partie wandelte der WSC das einzige Mal in einem Cup-Spiel einen Rückstand von drei Toren noch in einen Sieg um.





Weitere 20 Jahre später, am 17.09.1960, kam nicht Wacker, sondern ein anderer Klub mit schwarz-weißen Vereinsfarben, der LASK, in der Meisterschaft nach Dornbach. Wieder war die Zahl „Sechs“ im Spiel. Lesen Sie folgende Zeitungszeilen von damals: “In den ersten Minuten überstürzten sich die Ereignisse. In der 4. Minute bringt Hamerl den Sportklub in Führung, Hof hatte dazu die Vorarbeit geleistet. Drei Minuten später gleicht Nemeth nach einem Flankenball von links zum 1:1 aus. In der 12. Minute steht es 2:1 für den Sportklub. Hamerl und Stampfer hatten kombiniert, Hof verlängerte den Ball in das Tor. Eine Minute später ereignet sich der Zwischenfall mit Windisch: Der Verteidiger wird verletzt, humpelt noch einige Minuten mit und scheidet dann endgültig aus. Seinen Posten nimmt Skerlan ein, Sportklub muss mit 10 Mann weiter spielen. 26. Minute: Nemeth verwandelt durch Foulelfmeter zum 2:2, 31. Minute: Zechmeister stellt nach einem steilen Pass von Kozlicek II auf 3:2 für den LASK. 39. Minute: Hamerl verwertet einen Pass von Hof zum 3:3. Nach der Pause erfährt das packende Geschehen eine weitere Steigerung. In der 51. Minute erzwingt Hof mit Bombenschuß das 4:3 und als der Mittelstürmer in der 65. Minute einen Foulelfer zum 5:3 verwandelt, scheint das Match entschieden. Nun reißen sich aber die Linzer zusammen. In einem prächtigen Zwischenspurt können sie durch Treffer von Kozlicek II (75., Foulelfer ), Höfer (80.) und Nemeth (84., Kopfball) ihrerseits mit 6:5 in Führung gehen. Die zehn Sportklubspieler geben jedoch nicht auf und Hof kann wenige Sekunden vor dem Abpfiff zum stürmisch bejubelten 6:6 ausgleichen.“ Dieses 6:6 bedeutete das Unentschieden mit den meisten Treffern in der Geschichte der Pflichtspiele des WSC.


Zum Schönen im Fußball gehört, dass man nie weiß, ob man nicht gerade heute Zeuge eines besonderen Ereignisses, einer Partie wird, über die man noch Jahrzehnte später fabulieren kann, bei der viele andere auch gerne dabei gewesen wären. Die Erfüllung eines solchen Wunsches entschädigt für manchen Ärger und viele Enttäuschungen, die Ungewissheit des Eintritts solcher Erlebnisse hält Hoffnung und Spannung aufrecht. Lassen Sie sich nicht einreden, dass es unwichtig ist, ob und vor allem für wen ein Tor fällt .....


06. 06. 2021
Wer trägt dafür die Verantwortung?

1. Am 15.07.2017 gab Herr Adolf Solly in den "Alszeilen" über das Stadionprojekt des "K-Teams" das Folgende zum Besten: "Ein wesentliches Thema zu einer gesunden Entwicklung hat ja zuletzt mit dem Thema Stadion für positive Meldungen gesorgt. Und wenn sie zum Abschluss bei dem Wort Stadion kurz an die Sanierung unserer Heimstätte gedacht haben, keine Sorge, auch das Projekt ist gut angekommen. Sobald genauere Infos zum Umbau und der Sanierung bekannt sind, vor allem der Zeitplan, sind sie bei den Ersten dabei, die es erfahren."

2. Am 11.08.2017 setzte Herr Raml ebenfalls in den "Alszeilen" zum selben Thema wie folgt fort: "Unglaublich, aber der ... Platz kann nun tatsächlich saniert werden. Wie geht es nun weiter? Es wird eine Arbeitsgruppe von ExpertInnen zur Stadionsanierung gebildet, im Herbst werden die Pläne im Rahmen einer Generalversammlung den Mitgliedern präsentiert und zur Abstimmung gebracht." Wie ging es tatsächlich weiter? Herr Raml löste dieses Versprechen niemals ein. Weder fand im restlichen Jahr 2017 eine General- bzw. Mitgliederversammlung statt, noch wurde jemals über die Pläne der sogenannten "ExpertInnen" abgestimmt.

3. Am 07.05.2018 zitierte www.orf.at den damals noch als Vorsitzender des Aufsichtsrats und der "Stadiongruppe" des "K-Teams" im Amt befindlichen Herrn Orner zum Beginn des Umbaus des Dornbacher Stadions wie folgt: "Als Baustart gilt laut Orner derzeit Jänner/Februar 2019 ....."

4. Auf www.meinbezirk.at war nur 5 Monate später, am 29.10.2018, ein korrigierter Terminplan für die Sanierung des Dornbacher Stadions zu erfahren: "Der Platz wird 2019 endlich saniert - Freude bei den Fans: Jetzt ist endlich der offizielle Startschuss für die Sanierung gefallen. .... Chef Heinz Palme: "Jetzt beginnen alle Ausschreibungen, danach die Einreichplanung." Wenn alles wie geplant verläuft, wird im Winter 2019/2020 gebaut."

5. Weitere 20 Monate später, am 23.06.2020, brachte der Kurier das Bauvorhaben anlässlich des "Dornbacher Spatenstichs" auf den damals neuesten Stand: "Für manche ist es eine einfache Baustelle. Für Sympathisanten ... ist es das Wunder von Dornbach. Nach jahrzehntelangen Konfrontationen und Planungen wurde am Dienstag in Hernals offiziell der (teilweise) Neubau des ... Platzes in Hernals begonnen. Architekt Albert Wimmer verspricht "ein richtiges Schmuckkästchen. Von außen, aber auch von innen. Wenn alles planmäßig läuft, sitzen wir in einem Jahr wieder hier in einem neuen Stadion.""

Das von Herrn Architekt Wimmer angesprochene Jahr ist mittlerweile verstrichen, ohne dass von einem neuen Stadion irgendetwas zu sehen ist! Die einzige für den Betrachter erkennbare Bauleistung blieb der ersatzlose(!) Abriss des Stehplatzes an der Kainzgasse und damit die Amputation der Anlage durch ihre teilweise Demolierung! Wer trägt für diese Entwicklung und die neuerliche Verzögerung die rechtliche und wirtschaftliche Verantwortung?


06. 06. 2021
Die spektakulärsten Spiele des Wiener Sport-Club, die nicht 7:0 endeten! Heute: Die höchste Heimniederlage in Dornbach!

Die meisten Leser werden glauben, dass das 1:12 des "K-Teams" am 24.09.2014 im Cup gegen Red Bull Salzburg die höchste Pflichtspiel-Niederlage einer Heimmannschaft im Dornbacher Stadion, dem früheren Sport-Club-Platz, bedeutete. Allerdings verlor eine andere Gastgeber-Elf in Dornbach noch höher. Das war aber trotz seiner Beteiligung an diesem Match nicht der Wiener Sport-Club!





1923 wurde der WSC in der ersten Runde des Cups gegen die viertklassige Mannschaft des "Bund der Versicherungsangestellten" ausgelost. Der "BDV" erklärte sich aus wirtschaftlichen Gründen damit einverstanden, dass das Spiel am 16.12.1923 in Dornbach ausgetragen wurde, blieb aber formal gastgebende Mannschaft. Das Match endete mit einem 0:14-"Auswärtssieg" des Sport-Club. Zur Ehre der Versicherungsangestellten als kurzfristige Dornbacher Hausherren soll festgehalten werden, dass sie anders als im September 2014 das "K-Team" nicht bis zum Spielende mit elf Mann auf dem Feld standen. Zwei ihrer Spieler wurden bereits in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit verletzt und da man nach den damaligen Regeln nicht austauschen durfte, spielte der "Bund der Versicherungsangestellten" mehr als 45 Minuten mit nur 9 Akteuren.





Der erste Treffer für den WSC fiel erst in der 31. Minute, zur Halbzeit stand es 4:0 für die "Gäste". Das Besondere an dem Match war, dass Tormann Edi Kanhäuser nicht nur kein Tor erhielt, sondern sogar selbst zwei Treffer schoss. In der zweiten Hälfte wurde es ihm im Gehäuse zu langweilig und wechselte er in den Sturm der von Prof. Schmieger als Sektionsleiter betreuten Sport-Club-Mannschaft. Dort gelang ihm aus dem Feldspiel das 12:0 sowie aus einem Elfmeter das 13:0, eine einmalige Leistung für einen Sport-Club-Keeper in einem Pflichtspiel! Beim WSC schossen eben schon die "Goaleseln" mehr Tore als im "K-Team" die Stürmer ....


03. 06. 2021
Der Nachfolger

Still und leise trat Herr Orner, der sich unter einem beruflich veränderte, als Vorsitzender des Aufsichtsrats und der "Stadiongruppe" des "K-Teams" zurück. Sein Nachfolger als Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde Herr Reichinger, der ehemalige "Friedhofstribünen-Kurti". Ihm obliegt die Untersuchung des Skandals der jahrelangen Verzögerung der Sanierung des Dornbacher Stadions. Herr Orner befand sich als gleichzeitiger Vorsitzender der "Stadiongruppe" in einer Position der Befangenheit. Wenigstens das sollte bei Herrn Reichinger nicht der Fall sein. Das Scheitern der Ausschreibung stellt schon deshalb einen Schaden dar, weil er zu zusätzlichen Kosten und jede Verzögerung des Bauvorhabens auf Grund der Baukosten-Inflation zur Entwertung der zur Verfügung stehenden Förder-Mittel führt, die von der Gemeinde Wien nicht mehr aufgestockt werden. Von Herrn Reichinger stammt die These, dass es viel wichtiger wäre, mit dem Gegner nach dem Spiel ein Bier zu trinken, als ob man gegen ihn 1:0 gewinne oder 0:1 verliere. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates wird er - so darf man hoffen - mit den von ihm zu Prüfenden kein Bier trinken, sondern sich mit deren Handlungen, Unterlassungen sowie insbesondere Fehlleistungen auseinandersetzen. Das Spannungsverhältnis zwischen Wiener Sport-Club und dem "K-Team" - dem Herr Reichinger eindeutig zuzurechnen ist - liegt auf der Hand. Das ändert nichts an seinen objektiven Verpflichtungen. An deren Erfüllung wird man ihn messen ....


03. 06. 2021
Das Bau-Debakel des "K-Teams" nimmt immer groteskere Formen an: Laut Herrn Harald Lang, dem Mediensprecher der MA 51, wird aus Kostengründen sogar erwogen, statt der Haupttribüne die Friedhofstribüne abzureißen und neu zu errichten!

Wenige Wochen vor dem Jahrestag des berüchtigten "Dornbacher Spatenstichs" am 23.06.2020 befindet sich das Bau-Chaos des "Fußball in Hernals" auf dem Höhepunkt! Niemals zuvor blamierte sich eine der seit dem Jahr 1904 für die Anlage in Dornbach zuständigen Leitungen von Wiener Sportvereinigung (1904 - 1907), Wiener Sport-Club (1907 - 2001) und "K-Team" (ab 2001) so sehr wie derzeit "Wolfis Rudel"!

Ein Meinungsaustausch mit Herrn Harald Lang, Mediensprecher der MA 51, ergab am 20.05.2021 folgenden neuen Stand am Strand der Als:

- Die Gemeinde wird über die bewilligte Förderung von insgesamt EUR 6,25 Millionen kein zusätzliches Geld mehr zuschießen.

- Unklar ist, was man mit dem noch übrig gebliebenen Förder-Geld tatsächlich bauen kann. Fest steht, dass es nicht jene Haupttribüne sein wird, die auf diversen Fotomontagen als umzusetzendes Projekt präsentiert wurde. Insbesondere der Mehrzweckraum dürfte keinen Zweck mehr haben. Zuletzt dachte man sogar an, wegen des geringeren Bauvolumens aus Kostengründen statt der Haupttribüne die Friedhofstribüne abzureißen und neu zu errichten. Die Vertreter der Gemeinde stehen einem solchen Plan positiver gegenüber als die Damen und Herren des "K-Teams".

- Zwischen Gemeinde und "K-Team" wurde vereinbart, dass bis Sommer alle Möglichkeiten für Einsparungen "gescreent" werden, um zu einer Entscheidungsgrundlage zu kommen.

- Herr Lang schließt einen Baubeginn im Jahr 2021 definitv aus. Das sei nicht mehr realistisch, weil es einer Neuplanung, einer Neueinreichung bei der Baubehörde und einer neuen Ausschreibung bedürfe.

- Im Hinblick auf die sich beschleunigende Bau-Inflation bedeutet Zeit tatsächlich Geld. Jede weitere Verzögerung führt zu einer zusätzlichen Verringerung des finanzierbaren Bauvolumens.

Die Schlussfolgerung aus diesen Ausführungen ist, dass das Dornbacher Stadion-Projekt immer mehr zum Skandal wird: Mit Ausnahme des Abrisses des Stehplatzes an der Kainzgasse brachten die Bau-Künstler des "Fußball in Hernals" bisher nichts zusammen .......


03. 06. 2021
Impressum





Verantwortlicher für diese Website: Martin Drahos, Rathausstrasse 11, 1010 Wien Diese Seite dient ausschließlich der Förderung der Interessen des am 24.02.1883 gegründeten Wiener Sport-Club, ist aber von diesem wirtschaftlich, rechtlich und organisatorisch völlig unabhängig. Insbesondere geben die hier veröffentlichten Texte unter keinen Umständen die Meinung der Vereinsleitung wieder, sondern handelt es sich um die persönlichen Überzeugungen des Verfassers. Die Übernahme, Veröffentlichung oder sonstige Verbreitung von Texten, Teilen der Texte oder von Bildern dieser Website ist nur mit vorheriger Zustimmung des Verantwortlichen gestattet.

Datenschutzerklärung: Auf dieser Website werden keine personenbezogenen Daten der Nutzer erhoben und/oder verarbeitet. Es werden keine Server-Logfiles verwendet und die IP-Adressen der Nutzer weder eingesehen noch gespeichert. Es werden auch nicht Dauer und Zeitpunkt der Nutzung dieser Website eingesehen oder gespeichert. Weiter erzeugt diese Website keine Cookies. Mangels Möglichkeit der Kontaktaufnahme werden auch nicht auf diese Weise Daten erhoben oder gespeichert. Die Website verwendet auch keine Funktionen eines Webanalysedienstes. Das Aufrufen dieser Website erfolgt in jeder Hinsicht anonym. Es besteht keinerlei Interesse an den Daten und den Lesegewohnheiten der Leser und sind aus Prinzip keine Vorkehrungen für die Erfassung derselben getroffen worden.