19. 08. 2019
Ein Interview mit Herrn Ristic - Im 1. Teil zu seinem Ausschluss am Freitag: "Ich bin kein Freund vom Josic und Beljan. Das weiß ganz Wien ..."

Interviewer: Herr Ristic, als Einstiegsfrage: Dürfen Sie mit Ebreichsdorf diese Saison aufsteigen, wenn Sie wieder Meister werden?

Herr Ristic: Wir haben bisher diese Saison überhaupt nicht über das Thema gesprochen. Ich glaube es aber nicht. Ich bin mir zu 99% sicher, dass wir nicht raufgehen würden, wenn wir Meister werden. Dieses Jahr favorisiere ich aber sowieso andere Mannschaften als uns.

Interviewer: Warum, Sie holten mit Herrn Frank von Austria II einen sehr guten Stürmer?

Herr Ristic: Wir haben voriges Jahr 90 Tore gemacht und haben drei Spieler verloren, die davon an 75 Toren beteiligt waren. Der Pomer hat 17 Tore und zusätzlich 16 Vorlagen gemacht. Der Redzic hat 10 Tore und 10 Vorlagen gemacht und der Maderner hat 22 Tore und 12 Vorlagen gemacht. Die drei kannst du nicht ersetzen. Dazu kommt die Jugendregelung, die für mich lächerlich ist. Die hat in der Regionalliga nichts zu suchen. Mit 21 Jahren ist man ja in der Regionalliga kein Talent mehr. Trotzdem müssen zwei solche Spieler am Blankett stehen und einer davon muss spielen. Aber wir haben im Vergleich zur vorherigen Saison mit dem Pommer und Redzic zwei sehr gute Spieler, die unter diese Regelung gefallen sind, abgegeben. Und der Ivan Andrejevic und der Eichinger, die noch bei uns spielen, sind aus dem Alter des Jugendspielers herausgefallen. Das schwächt uns zusätzlich.

Interviewer: Wer sind denn dann für Sie die Favoriten?

Herr Ristic: Die Favoriten sind für mich Stripfing. Die haben einen 23 Mann-Kader und sind auf jeder Position doppelt besetzt. Dazu kommt Mannsdorf, die zusammengeblieben sind und auch der Gegner vom Freitag, den ich sehr stark einschätze. Die sind auch zusammengeblieben.

Interviewer: Kommen wir zum Spiel am Freitag. Die erste Halbzeit war ausgeglichen und auf beiden Seiten ohne große Chancen?

Herr Ristic: Es war ein taktisches Geplänkel, aber auf sehr gutem Regionalliga-Niveau. Es war ziemlich klar, dass der, der das erste Tor schießt, gewinnt.

Interviewer: Haben Sie die Siuation gesehen, bei der der Gegner nach der Pause Handselfmeter reklamierte?

Herr Ristic: Nein, diese Szene habe ich nicht gesehen.

Interviewer: Gut, war Ihrer Ansicht nach die erste rote Karte, der Platzverweis von Herrn Pfaffl, gerechtfertigt?

Herr Ristic: Ja, glaube ich schon. Das Foul wurde von Pfaffl als letzten Mann vor dem Sechzehner begangen. Die Frage ist, ob der Nikola Zivotic noch zum Ball kommt, weil er hat sich den Ball schon ziemlich weit vorgelegt. Aber von zehn Schiedsrichtern hätten wahrscheinlich neun diesen Ausschluss gegeben. Der Ausschluss war schon in Ordnung.

Interviewer: Nach dem 2:0 kam dann Ihr Ausschluss. Sie sollen laut Schiedsrichter Wandl einen Spieler des Gegners, wahrscheinlich Herrn Beljan, beleidigt haben. Was hat Sie so empört? Warum waren Sie so zornig?

Herr Ristic: ..........., ja, schauen Sie, die Schiedsrichter haben - obwohl ihre Leistung in einem schwierigen Spiel wirklich in Ordnung war - nicht gesehen, dass der Beljan bei meinem Spieler vorbei ist und ihm eine gegeben hat.

Interviewer: Mit der Hand oder mit dem Fuß?

Herr Ristic: Ich habe es gar nicht gesehen, sondern nur meine Bank. Ich habe nur bemerkt, wie meine Burschen alle aufspringen und der Co-Trainer auch. Ich habe gefragt: "Was war?" Und da hat mir der Co-Trainer gesagt, so auf die Art, dass er ihm ane geben hat. Ich weiß nicht, ob mit der Hand oder mit der Schulter beim Vorbeilaufen. Das kann ich nicht sagen. Ich habe gesehen, dass mein Spieler hingeht und bin ich auch hingegangen und habe zum gegnerischen Spieler gesagt: "Beruhig´ Dich!" Und da hat er mir eine Antwort gegeben, die mir nicht geschmeckt hat.

Interviewer: Was hat denn Herr Beljan gesagt?

Herr Ristic: Er hat sich gestellt und hat meine Hand weggetan. Er hat sich einfach gestellt. Das lasse ich mir nicht gefallen. Und überhaupt, ich bin kein Freund vom Beljan und vom Josic. Das weiß eh ganz Wien ...

Interviewer: Ich wusste das bisher nicht. Warum sind Sie kein Freund dieser beiden Spieler?

Herr Ristic: Josic war in Ebreichsdorf und ich habe zwei Wochen vor der Übertrittszeit noch entschieden, dass wir ihn weggeben, weil er für mich kein Teamspieler ist. Und seitdem gibt es immer irgendwelche Probleme. Und der Beljan ist sein bester Freund. Es war, wie gesagt, eine emotionale Geschichte.

Interviewer: Was sagten Sie zu Herrn Beljan oder zu wem auch immer?

Herr Ristic: Ich weiß es nicht. Da war so ein Getümmel ...

Interviewer: Gehn´s Herr Ristic, das weiß man doch. Sagen Sie, dass Sie es nicht sagen wollen, aber dass Sie es nicht mehr wissen, glaube ich Ihnen nicht.

Herr Ristic: Ich weiß es wirklich nimmer. Es war einfach ..., der eine hat den anderen geschimpft. Wir haben uns in unserer Muttersprache gegenseitig beschimpft.

Interviewer: Die Muttersprache ist serbokroatisch?

Herr Ristic: Genau.

Interviewer: Kann man serbokroatisch besser schimpfen als auf Deutsch?

Herr Ristic: Man kann in beiden Sprachen sehr gut schimpfen.

Interviewer: Wäre das, was Sie gesagt haben, auch im Deutschen eine Beschimpfung gewesen?

Herr Ristic: An sich ja, sicher.

Interviewer: Was haben Sie denn gesagt, beschrieben Sie die Person, den Charakter des Spielers bildhaft oder verglichen Sie ihn vielleicht konkret mit einem Tier oder einem bestimmten Körperteil? Welche Art von Beschimpfung verwendeten Sie?

Herr Ristic: Noch einmal, ich weiß es wirklich nicht mehr. Da sind so viele Wörter gefallen!

Interviewer: Der Schiedsrichter teilte mir die von ihm wahrgenommene Beleidigung inhaltlich nicht mit, sondern er wollte vorher noch seine Anzeige verfassen. Aber er ist offenbar der Meinung, dass er die Bedeutung der Beleidigung verstand. Sie wurde nach Ihrer Schilderung serbokroatisch ausgesprochen. Kann der Schiedsrichter Ihrer Meinung nach serbokroatisch?

Herr Ristic: Glaube ich nicht! Dass er mich ausgeschlossen hat, war aber in Ordnung. Ich darf das als Trainer nicht machen. Wir drei mögen uns halt nicht. Das ist Fakt. Trotzdem sind das gute Spieler, der Josic und auch der Beljan. Ich hoffe, dass das Thema endlich erledigt ist.

Interviewer: Wenn Sie sich nicht mehr erinnern und der Schiedsrichter es gar nicht verstanden haben kann, dann erfahren wir ja vielleicht niemals, was Sie wirklich gesagt haben?!

Im 2. Teil des Interviews: "Herr Ristic, werden Sie erst dann wieder Trainer in Dornbach, wenn die Herren Josic und Beljan das "K-Team" verlassen haben?"


18. 08. 2019
Schiedsrichter Wandl nimmt zum Spiel des "K-Teams" am Freitag Stellung

Interviewer: Herr Wandl, gehen wir die strittigen Situationen des Spiels am Freitag in Ebreichsdorf durch. Warum wurde Herrn Weinstabl die rote Karte gezeigt? Wenn ich die Handbewegung des Linienrichters Ihnen gegenüber richtig interpretiere, wurde er von Herrn Weinstabl geschoben oder gestoßen. Ist das richtig?

Herr Wandl: Genau! Ich habe die Anzeige noch nicht verfasst und weiß daher deren genauen Wortlaut noch nicht, aber ich kann es soweit bestätigen, dass es um einen körperlichen Kontakt geht. Es waren keine verbalen Äußerungen Grund für die rote Karte.

Interviewer: Und im Fall von Herrn Ristic? Ging der Vorfall nur von ihm aus?

Herr Wandl: Ich habe dem gegnerischen Spieler, ich weiß die Nummer nicht mehr, die gelbe Karte wegen Unsportlichkeit gegeben. Es kann sein, dass er Herrn Ristic zuerst beleidigt hat, aber das habe ich nicht mehr gehört. Im Falle des Trainers war definitiv eine Beleidigung des Spielers Grund für die rote Karte. Ein körperlicher Kontakt hat kaum, wenn überhaupt, stattgefunden.

Interviewer: Was hat Herr Ristic gesagt?

Herr Wandl: Das schreibe ich erst in die Anzeige hinein. Aber es war definitv eine Beleidigung. Ich bitte, mir da noch Zeit zu lassen, damit das vernünftig geschrieben ist.

Interviewer: Am Beginn der zweiten Halbzeit wurde von der Gastmannschaft Handselfmeter reklamiert. Warum gaben Sie keinen Penalty? Diese Szene ging dem Ausschluss von Herrn Weinstabl voraus. Konnten Sie den Vorfall genau sehen?

Herr Wandl: Ich konnte den Vorfall ganz genau beobachten. Ich habe ein Handspiel wahrgenommen, aber es war für mich kein strafbares Hands.

Interviewer: Warum nicht?

Herr Wandl: Der Spieler wurde auf der Seite am Arm getroffen. Er wurde angeschossen. Es war ein harter Schuss und der Arm war angelegt. Der Spieler hat den Arm aus meiner Sicht nicht Richtung Ball bewegt. Er hat auch seine Körperfläche nicht verbreitert. Es war eine normale Körperhaltung. Das ist nach wie vor nicht strafbar.

Interviewer: Und was sagen Sie zu den Ausschlüssen der Spieler?

Herr Wandl: Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich mir die entscheidenden Szenen gestern noch auf platin.tv angeschaut habe, weil mich das natürlich auch interessiert und wir sind als Schiedsrichterteam zu der übereinstimmenden Meinung gekommen, dass beide Ausschlüsse gerechtfertigt waren. Das Handspiel konnte man auf platin.tv leider nicht überprüfen. Es war aber schon eine anspruchsvolle und schwierige Partie. Es war kein normales Spiel für mich. Mir wäre es viel lieber gewesen, wenn ich ohne rote Karten auskommen hätte können.

Interviewer: Haben Sie mit den Trainern nach dem Spiel gesprochen?

Herr Wandl: Ja, beide kamen zu mir und haben sich bei mir entschuldigt.

Interviewer: Herzlichen Dank für Ihre Auskünfte!


18. 08. 2019
Im Sektor für Auswärtsfans

Das "K-Team" führt gerade eine Fan-Befragung durch. In dieser wird aber viel zu wenig auf die Zusammensetzung seiner zum großen Teil aus Lagern anderer Vereine stammenden Zuschauer eingegangen.

Nehmen wir zum Beispiel Herrn Stauber, den neuen Vize-Präsidenten des "K-Teams". Woher kommt er? Aus Kärnten. Laut www.derStandard.at vom 05.10.2016 zeigte man dem armen Herrn Stauber nach seiner Ankunft in Wien die kalte Schulter: „Oliver Stauber konnte in Wien politisch nicht Fuß fassen.“ Warum denn nicht, Herr Stauber? "Die Sektionen der SPÖ sind vorwiegend von älteren Leuten besetzt, da gibt es es kein gutes Vereinsleben, da kann man sich nicht gut einbringen." Zum Glück traf Herr Stauber laut www.derStandard.at einen anderen in Wien "keinen Anhaltspunkt findenden" jungen Menschen als politischen Weggefährten: Niko Kern, den Sohn von Christian Kern! Die beiden Herren lernten sich laut www.derStandard.at vom 05.10.2016 beim Fußball kennen. Wo denn? „Im Austria-Stadion ….“

Wo hätte man daher diesem Herrn Stauber im alten verstaubten Wiener Sport-Club einen Platz zugewiesen? Im Sektor für Auswärtsfans ....


18. 08. 2019
Die neue Serie: Des Wiener Sport-Club Legionäre - heute der 5. Teil der Bonino Jose-Duarte Aldo-Story

Aldos erste Tage in Österreich müssen für ihn Ende Dezember 1969 ungemütlich gewesen sein. Immerhin kam er aus dem brasilianischen Sommer mit Temperaturen um 34 Grad in ein tief verschneites Wien. Als erstes erhielt er daher einen Wintermantel, einen Flanellanzug und pelzgefütterte Winterschuhe spendiert. Dann absolvierte er unter der Leitung von Co-Trainer Galli Übungen in der Sporthalle des Vereinshauses des WSC in der Rötzergasse. Ein Training im Freien war auf Grund der Schneelage nicht möglich.

Den Heiligen Abend verbrachte Aldo, der in einer Familie mit sieben Kindern aufgewachsen war und an Heimweh litt, bei dem vom Sport-Club für ihn verpflichteten Dolmetscher. Geplant war, ihn erstmals im Freundschaftsspiel gegen Eintracht Frankfurt in Marburg an der Lahn am 31.12.1969 einzusetzen. Da dieses Match aber abgesagt wurde, rätselte man im WSC weiter über die zu erwartenden Qualitäten des Spielers. Galli glaubte in ihm einen zweiten Hahnemann, den bekannten ehemaligen Admira- und Wackerfußballer, zu erkennen. Erich Hof gab sich dagegen von Anfang an vorsichtiger: "Man sieht niemandem an der Nasenspitze an, ob er ein guter oder schlechter Fußballer ist. Die Stunde der Wahrheit ist nur vertagt. Für Anfang Februar werden wir einen starken Gegner verpflichten. Dann wissen wir mehr ..."


17. 08. 2019
Die "Weiße Hose"

Zu den häufigsten Anzeichen der Funktionärskrankheit gehört das Betreten des Spielfelds. Am Freitag wanderte in Ebreichsdorf nach dem Schlusspfiff eine auffällige "Weiße Hose", in der Herr Palme steckte, über den grünen Rasen. Die "Weiße Hose" und Herr Palme hatten auf dem Spielfeld nichts zu tun. Warum sie trotzdem aufmarschierten? Wahrscheinlich fühlte sich das modische Duo in den Hintergrund gedrängt und wollte man deshalb gemeinsam ein Zeichen setzen: "Wir sind auch noch da, nicht nur der Krapf-Günther und seine Jean ..."


17. 08. 2019
Der Eindruck

Das "K-Team" führte gegen Ebreichsdorf das gewohnte Schauspiel seiner defensiven Selbstzerstörung auf. Das Abwehrverhalten vor den Gegentoren war tölpelhaft. Das Bild der körperlichen Erschöpfung, das der zu Boden gesunkene Herr Csandl nach dem 0:3 bot, symbolisierte, dass man vom "Fußball in Hernals" selten kurzweilige, aber dafür umso öfter kurzatmige Spiele sieht. Die Selbstdezimierung des "K-Teams" ist nicht zuletzt dem Prinzip geschuldet, dass der Spieler mit den meisten Ausschlüssen in 115 Jahren Platzgeschichte als "Capitano" und Vorbild gilt.

Es geht in der Regionalliga Trost um nichts, jedenfalls nicht um den Aufstieg. Wäre dieser verpflichtend, so würde man die ersten beiden Plätze der Tabelle offiziell abschaffen, damit kein Verein in Aufstiegsgefahr gerät. Selbst in einer solchen Liga, in der der Leistungsgedanke abgeschafft ist, reichte es bei den Dornbacher Schwarzhemden in Ebreichsdorf für nicht mehr, als den Eindruck einer unsympathischen, undisziplinierten Mannschaft zu hinterlassen ...


17. 08. 2019
Die neue Serie: Des Wiener Sport-Club Legionäre - heute der 4. Teil der Bonino Jose-Duarte Aldo-Story

Dem Vernehmen nach sollte Aldo ein Handgeld von ATS 150.000,-- und ein monatliches Fixum von ATS 5.000,-- erhalten. Präsident Draxler zum Transfer des in den Zeitungen in der Sprache der Nazi-Zeit als "Fremdarbeiter" bezeichneten Spielers: "Wir haben uns bei Ausländern noch nie geirrt." Der als Geflügel-Großhändler "Hendl-Baron" gerufene Herr Kommerzialrat als unfehlbarer Experte des Fußballer-Importgeschäfts!

Aber noch war Aldo nicht fix verpflichtet. Man berichtete, dass er für seinen letzten Verein in einer Saison 20 Tore geschossen habe. Das war die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht lautete, dass sich der Spieler von diesem Klub bereits vor 23 Monaten abgemeldet hatte!

Aldo wurde vorerst in einer kleinen Pension untergebracht sowie am Tag nach seiner Ankunft neu eingekleidet. Mancher schien sich nicht sicher, wen man in diesem schmächtigen jungen Mann vor sich hatte ............


16. 08. 2019
Andersrum

Dass die Bauarbeiten für das neue Stadion in Dornbach noch immer nicht begonnen haben, wird kaum jemanden überraschen. Es muss aber auch niemanden beunruhigen.

Am 18.05.2018 schrieb Herr Bunke auf www.meinbezirk.at: ""Im Winter soll mit dem Abriss der Kainzgassen-Tribüne begonnen werden. Sie soll später saniert werden", so der Aufsichtsratsvorsitzende ... Martin Orner." Vielleicht verzögern sich die Abbrucharbeiten deshalb so lange, weil das Projektteam nach einigen Sitzungen erkannte, dass ein Bauwerk, das bereits abgerissen wurde, nicht mehr saniert werden kann. Wahrscheinlich lautet der neue Plan des "K-Teams" daher so: "Wir machen es andersrum! Zuerst wird die Tribüne Kainzgasse saniert und erst dann reißen wir sie ab ....."


16. 08. 2019
Die neue Serie: Des Wiener Sport-Club Legionäre - heute der 3. Teil der Bonino Jose-Duarte Aldo-Story

Nicht nur die Hautfarbe Aldos war umstritten. Während der Fußballer laut Spielerkartei am 20.03.1944 geboren wurde, findet sich in einer im Internet zugänglichen brasilianischen Quelle der 20.03.1943 als Geburtsdatum. Laut "Sport Funk" vom 22.11.1969 war Aldo noch 25 Jahre alt gewesen. Eine Woche später gab ihm die selbe Zeitung in ihrer Ausgabe vom 29.11.1969 nur mehr 23 Jahre. Am 27.12.1969 entschied sich der "Sport Funk" schließlich für den Mittelweg und teilte mit, dass Aldo 24 Jahre alt sei.

Selbst die Größe Aldos änderte sich in den Angaben des "Sport Funk" von präzise 1,76 m am 22.11.1969 auf nur mehr runde 1,70 m am 27.12.1969. Wie groß und wie alt Aldo auch immer war, der "Sport Funk" lobte die Absicht des WSC, ihn zu verpflichten, bereits am 22.11.1969 in den höchsten Tönen: "Aldo ist ein Stürmer nach Maß. Er schießt jede Mannschaft an die Spitze. Dass Sturm da nicht zugegriffen hat ..." Den Grazern fehlte offensichtlich das richtige Gschpür´ für eine echte brasilianische Fußball-Okkasion. Aber noch hatte man Aldo in keinem Match gesehen ...


16. 08. 2019
Die neue Serie: Des Wiener Sport-Club Legionäre - heute der 2. Teil der Bonino Jose-Duarte Aldo-Story

1967 kam der Hollywood-Klassiker "Rat´ mal, wer zum Essen kommt" in die Kinos. Der Film behandelt die Reaktion eines nach eigenem Verständnis liberalen weißen Ehepaars darauf, dass seine Tochter völlig überraschend einen dunkelhäutigen Schwiegersohn nach Hause bringt.

Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre thronte der brasilianische Superstar Pele noch souveräner als heute ein Messi oder Ronaldo über dem Fußballuniversum. Pele war nicht nur ein grandioser Techniker, sondern auch ein perfekter, eleganter Athlet. Obwohl der Weltmeistermannschaft des Jahres 1970 auch weiße Spieler angehörten, galt das Klischee der dunklen Hautfarbe für brasilianische Fußballer geradezu als Qualitätsmerkmal. Das traf insbesondere für Österreich zu, in dem bis 1969 nur dunkelhäutige Brasilianer gespielt hatten.

Die einzigen, die im Herbst 1969 in Österreich wussten, wie Bonino Jose-Duarte Aldo wirklich aussah, waren Gerdi Springer und sein Reisebegleiter Gert Kolly gewesen. Springer hatte sich nach eigener Aussage mit Aldo vor Ort mündlich geeinigt. Der SK Sturm lehnte aber laut "Sport Funk" vom 13.12.1969 die Verpflichtung des Spielers mit der Begründung ab, dass man "die farbige Katz nicht im Sack" kaufen wollte. Sei es aus einem Gefühl der Verpflichtung gegenüber Aldo, sei es in der Hoffnung, eine Provision verdienen zu können, trat daraufhin Gert Kolly an seinen steirischen Landsmann und Sport-Club-Präsidenten Josef Draxler heran und interessierte diesen für das Engagement des Brasilianers. Nachdem der "Sport Funk" vom 20.12.1969 die baldige Ankunft "des braunen Bombers" in Wien ankündigt hatte, warteten Präsident Draxler und Trainer Hof am 21.12.1969 um 14 Uhr vorerst vergeblich am Schwechater Flughafen auf Aldo. Dieser hatte in Frankfurt den Anschlussflug verpasst. Sein Koffer war sogar irrtümlich nach Athen weitergeflogen worden. Als der Spieler schließlich doch ankam, stellte sich sofort eine Gemeinsamkeit mit Erich Hof heraus: Wie dieser stammte auch Aldo von italienischen Auswanderern ab und war er demgemäß nicht dunkelhäutig.




Bonino Jose-Duarte Aldo


Der Mythos des "Braunen Bombers" blieb aber an Aldo noch haften, als er Österreich längst wieder verlassen hatte. Im schon im 1. Teil dieser Serie erwähnten Buch "Gerdi Springer: Meine Laufbahn" verstieg sich Autor Gert Renner, der Aldo offenbar niemals gesehen hatte, zu folgender - damals zeittypisch nicht rassistisch gedeuteter - Wortwahl über die Ursache einer Muskelverletzung des Spielers im Jahr 1970: "Beim Schneeschaufeln zog sich der Neger eine Zerrung zu." Rat´ mal, wer zum Fußballspielen kommt ....


15. 08. 2019
Das Dornbacher Double

Der beginnende Altweibersommer ist hier die Zeit des Ausverkaufs der liegen gebliebenen miserabelsten aller Witze über den "Fußball in Hernals". Möchten Sie einen um 50 Cent kaufen? Sie wollen ihn vorher lesen?! Na gut: Wie gelingt dem "K-Team" endlich doch das Double? Indem der Mann mit dem Double-Namen - Herr Sektionsleiter David Krapf-Günther - in einem einschlägigen Geschäft einen Pokal kauft und diesen vor einen Spiegel stellt ...


15. 08. 2019
"Warum sind wir eigentlich immer so patschert?"

Das "K-Team" gewann gerade gegen Mauerwerk und Wiener Neustadt den "Lizenz-Trostpokal". Diese Trophäe spielte man unter jenen "Traditionsvereinen" der Regionalliga Trost aus, denen die Lizenz für die Bundesliga entweder verweigert wurde oder die sich aus wirtschaftlichen Gründen erst gar nicht um diese bemüht hatten.

Die triste Lage des "Fußball in Hernals" steht im auffallenden Widerspruch zur Entwicklung des LASK, der gegen Brügge um die Teilnahme an der Champions League kämpft. Am 11.04.2003 waren sich das "K-Team" und die Linzer in Dornbach im Rahmen der Red Zac-Liga noch auf gleicher sportlicher Augenhöhe gegenüber gestanden. Vor diesem Match lag der "Fußball in Hernals" unmittelbar hinter dem LASK am letzten Platz der Tabelle. Nur ein einziger Treffer unterschied die Tordifferenzen der beiden punktegleichen Vereine.

Allgemein ging man davon aus, dass dieses direkte, im Fernsehen übertragene Aufeinandertreffen der beiden Letzten der Liga für den Abstieg vorentscheidend sein würde. Zur Pause führte das "K-Team" durch Treffer der Herren Bradaric und Habeler 2:0. Mit diesem klaren Vorsprung ging man auch noch in die letzte Viertelstunde der Partie. Der Sieg war für den "Fußball in Hernals" in greifbarer Nähe. Doch dann geschah Grausames, das selbst heute noch den Anhängern aus dem ein wenig streng duftenden Teil Dornbachs Tränen in die Augen treibt. In der 77. Minute wurde Foulfreistoß für den LASK gepfiffen. Schiener trat an und erzielte den Anschlusstreffer. In diesem Moment brach das "K-Team" geistig und körperlich wie ein ins Wanken geratenes Kartenhaus zusammen. Die Mannschaft hielt der Nervenbelastung nicht mehr Stand und nur eine Minute später glich der Linzer Hartl nach schwerem Fehler der Verteidigung des "K-Teams" zum 2:2 aus. Der LASK wurde immer stärker, drängte, überrannte den "Fußball in Hernals". Dessen Spieler wurden in der eigenen Hälfte ohne Fluchtmöglichkeit festgesetzt. In der 90. Minute kam es vor dem Tor des "K-Teams", unter dessen Fußballern längst Panik ausgebrochen war, zu einem Getümmel, aus dem Martin Lassnig zum 3:2 für den LASK einschoss. Kurz darauf pfiff Schiedsrichter Robitsch ab. Die bleierne Stille der Enttäuschung über dieses Ergebnis, das den "Fußball in Hernals" in die "Trostliga" und den LASK in den internationalen Fußball führte, lastet noch heute auf dem "K-Team". In dessen einsamer Niedergeschlagenheit erklingt immer wieder eine Frage: "Warum sind wir eigentlich immer so patschert?"


15. 08. 2019
Die neue Serie: Des Wiener Sport-Club Legionäre - heute der 1. Teil der Bonino Jose-Duarte Aldo-Story

Die "Roaring Sixties" gelten nicht zu Unrecht als die goldene Ära ausländischer Fußballer beim Wiener Sport-Club. An ihrem Ende wurde aber auch der wahrscheinlich absurdeste Auslandstransfer in der Geschichte des WSC angebahnt.

Alles begann am 05.08.1969, als der damalige Sturm Graz-Trainer Gerdi Springer gemeinsam mit dem Grazer Malermeister Gert Kolly in Schwechat ins Flugzeug stieg. Die Reise ging über Frankfurt, Dakar und Rio de Janeiro nach Porto Alegre, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Sul. Bis zum Sommer 1969 hatte der Brasilianer Odilon Ribeiro Tesourinho für Sturm gespielt. Im 1977 erschienenen Buch "Gerdi Springer: Meine Laufbahn" von Gert Renner wurde die Ausgangslage für die Mission des Duos im Jargon der Zeit wie folgt geschildert: ""Ossi Tesourinho" kehrte wieder heim nach Brasilien. Sturm nun ohne Neger? Sturm muss wieder einen Neger holen! Gedacht und Abfahrt, Abfahrt für Gerdi Springer nach Rio. .. Und warum benötigte der Trainer einen Begleiter? "Ich stürze nicht gerne allein ab.""

Der erklärte Wunschspieler Claudio Miro vom Sport Club Internacional Alegre erwies sich als zu teuer. Also sah man sich bei Gremio Porto Alegre um: "Dort ist ein gebürtiger Südtiroler Präsident: Aloisio Brixner. "Den Aldo können Sie haben", meinte der Präsident. Und Aldo konnte kicken! Gerdi Springer: "Ein Rastelli beim Kicken, aber doch zu verspielt, das Fitschigoagerl-Spiel wird halt sehr übertrieben." Springer notiert sich in diesem Probespiel zehn Namen. Aber Aldo wird an die erste Stelle gereiht."

Konnte dieser Bonino Jose-Duarte Aldo wirklich "kicken"? Und warum kickte er schließlich nicht für Sturm, sondern für den Wiener Sport-Club? Das alles erfahren Sie in en nächsten Teilen ...


15. 08. 2019
Impressum




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